Spanien: Hunderte Rechtsextreme marschieren durch Madrid

Datum22.11.2025 08:39

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Madrid marschierten am Freitag rund 700 Rechtsextreme, um den 50. Todestag des Diktators Francisco Franco zu commemorieren. Die Demonstranten, viele von der faschistischen Falange-Organisation, zeigten Hitlergrüße und zogen mit Franco-Flaggen durch die Stadt, wobei sie gegen die seit 1978 geltende demokratische Verfassung protestierten. Der Aufmarsch reflektiert die anhaltende Spaltung in der spanischen Gesellschaft in Bezug auf das Erbe Francos, dessen Diktatur von 1939 bis 1975 währte. Eine Gegenkundgebung ist für den nächsten Tag geplant.

InhaltSie zeigten Hitlergrüße und feierten den ehemaligen Diktator Franco: Rund 700 Rechtsextreme sind in Madrid auf die Straße gegangen. In Spanien sind die Franco-Anhänger in der Minderheit. Hunderte Rechtsextreme sind am Freitag, und damit kurz nach dem 50. Todestag des spanischen Diktators Francisco Franco, durch Madrid marschiert. Anhänger der faschistischen Falange-Organisation zogen vom Hauptquartier der konservativen Volkspartei PP zum Sitz der regierenden sozialistischen Partei PSOE. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Dort wurden sie demnach von einem großen Polizeiaufgebot erwartet. Der Zentralregierung in der Region Madrid zufolge nahmen an dem Aufmarsch 700 Menschen teil. Für Samstag wurde in der spanischen Hauptstadt zu einer Gegenkundgebung aufgerufen. Die Demonstration fand einen Tag nach Francos 50. Todestag statt. Die Rechtsextremen zogen mit faschistischen Gesten und Flaggen aus der Franco-Zeit durch die spanische Hauptstadt, mit denen sie zugleich auch des Falange-Gründers José Antonio Primo de Rivera gedachten, dessen Todestag mit dem Francos zusammenfiel. Die Falange-Organisation versteht sich als Nachfolgerin der gleichnamigen faschistischen Partei, die Franco während des brutalen Bürgerkriegs zwischen 1936 und 1939 an die Macht gebracht hatte. Der Protest der Rechtsextremen richtete sich gegen die 1978 angenommene und von ihnen abgelehnte spanische Verfassung, die den Übergang Spaniens zu einer Demokratie nach Francos Tod im Jahr 1975 gefestigt hatte. Laut in Onlinediensten verbreiteten Aufnahmen skandierten sie Parolen wie "Nationale Einheit" und "PSOE, PP, es ist derselbe Krieg", wobei sie sich auf die Abkürzungen der demokratischen Parteien bezogen. Franco war als Sieger aus dem Bürgerkrieg zwischen seinen rechten Putschisten und den Anhängern der republikanischen Regierung hervorgegangen; er regierte Spanien bis zu seinem Tod am 20. November 1975 mit harter Hand. Die Falange wurde zu einer der Säulen des brutalen Regimes – zusammen mit dem Militär und der katholischen Kirche in Spanien. 50 Jahre nach Francos Tod hat Spanien noch immer mit dem Erbe der fast 40 Jahre andauernden Diktatur zu kämpfen. Die Gesellschaft ist nach wie vor gespalten. Zuletzt war Franco bei Spaniens Jugend wieder populär geworden. Eine bedeutende Minderheit der Spanier hat ein eher positives Bild von der Diktatur.