Ukraine: Kiew entschuldigt sich für sprengstoffbeladene Seedrohne vor Ferieninsel

Datum06.06.2026 01:35

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Ukraine hat sich für eine sprengstoffbeladene Seedrohne entschuldigt, die vor der griechischen Ferieninsel Lefkada gefunden wurde. Athen kritisiert die Aktion als Gefährdung der maritimen Sicherheit und des Zivillebens. Kiew erklärt den Vorfall mit der russischen Aggression und betont, dass der Krieg auch Europa bedroht. Unbestätigten Berichten zufolge setzt die Ukraine Seedrohnen von Libyen aus gegen russische Schiffe im Mittelmeer ein.

InhaltEine vor einer Ferieninsel gefundene sprengstoffbeladene ukrainische Seedrohne sorgt für Wirbel. Der Vorfall wirft Fragen über ukrainische Militäroperationen im Mittelmeer auf. Mehrere Tage nach einer griechischen Protestnote hat sich das ukrainische Außenministerium für den Fund einer sprengstoffbeladenen Seedrohne vor der Ferieninsel Lefkada im Ionischen Meer entschuldigt. "Die ukrainische Seite entschuldigt sich für den Vorfall und betont, dass dieser auf Umstände zurückzuführen sei, die durch die anhaltende russische Aggression gegen die Ukraine verursacht wurden", schrieb Außenamtssprecher Heorhij Tychyj auf der Plattform X. Das zeige, dass der andauernde russische Krieg gegen die Ukraine auch eine Bedrohung für benachbarte europäische Staaten und die Welt darstelle. Gleichzeitig bedankte sich Kiew für die seit Kriegsbeginn 2022 von Griechenland gewährte Unterstützung für das osteuropäische Land. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Bereits im Mai entdeckten Fischer vor der griechischen Mittelmeerinsel Lefkada ein etwa sechs Meter langes unbemanntes Boot mit laufendem Motor. Auf dem von den Behörden als ukrainisch identifizierten Boot wurden rund 100 Kilogramm Sprengstoff entdeckt. Die Küstenwache machte den Sprengsatz mit einer kontrollierten Explosion unschädlich. In seiner Protestnote sprach Athen von einer Gefährdung der maritimen Sicherheit und einem Risiko für Zivilisten und verlangte von Kiew eine offizielle Stellungnahme. Die Mittelmeerinsel Lefkada befindet sich über 1000 Kilometer von der ukrainischen Küste entfernt. Der Schwarzmeeranrainer Ukraine hat keinen Mittelmeerzugang. Unbestätigten Medienberichten zufolge setzte das ukrainische Militär mehrfach Seedrohnen von einer Basis in Westlibyen gegen Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte ein. Demnach wurde Anfang März östlich von Malta ein russischer Flüssiggastanker auf dem Weg nach Ägypten von ukrainischen Seedrohnen angegriffen. Das schwerbeschädigte Schiff driftete anschließend ohne Besatzung mehrere Wochen im Mittelmeer.