Henry Nowak: Großbritannien wirft USA Einmischung vor

Datum05.06.2026 23:06

Quellewww.spiegel.de

TLDRGroßbritannien verurteilt die Einmischung der USA in einen innenpolitischen Fall. US-Vizepräsident Vance kritisierte den Umgang der britischen Behörden im Fall des getöteten Studenten Henry Nowak. Der 18-Jährige starb, nachdem ihm von der Polizei Handschellen angelegt wurden, anstatt ihm Hilfe zu leisten, und er "Ich kann nicht atmen" rief. Der Täter, ein Sikh, wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Familie Nowaks lehnt eine Instrumentalisierung seines Todes zur Schürung von Hass ab.

InhaltDie Tötung des Studenten Henry Nowak durch einen Sikh hat in Großbritannien eine hitzige Debatte ausgelöst. Nun hat sich auch US-Vizepräsident JD Vance dazugeäußert. Keir Starmer setzt sich dagegen zur Wehr. Großbritanniens Premierminister Keir Starmer hat die USA dafür verurteilt, "sich in unsere Demokratie einzumischen". Zuvor hatte US-Vizepräsident JD Vance den Umgang Großbritanniens im Fall eines von einem Sikh erstochenen weißen Studenten verurteilt. Auf der Onlineplattform X schrieb Vance: "Henry Nowak starb auf dieselbe Weise, wie eine Zivilisation stirbt: verlassen, von Behörden in Handschellen gelegt, die ihm weder vertrauten noch sich um ihn kümmerten, und beschuldigt von Hassverbrechen, die er nicht begangen hat. Sein Mord ist ebenso tragisch wie empörend." Das Büro des britischen Premierministers Keir Starmer verwies darauf, dass die Familie des Studenten erklärt habe, sie wolle nicht, dass seine Ermordung dazu benutzt wird, "weitere Spaltung, Hass oder Spannungen" zu schüren. Der Student war im vergangenen Dezember im südenglischen Southampton von einem 23-Jährigen getötet worden. Das Mitglied der Religionsgemeinschaft der Sikh wurde am Montag zu lebenslanger Haft verurteilt. Durch den Prozess war ein Video öffentlich geworden, das zeigt, wie Polizisten dem schwer verletzten 18-Jährigen damals Handschellen anlegten – anstatt ihm zu helfen. Wenig später starb er am Boden liegend, nachdem er mehrmals "I can't breathe", auf Deutsch "Ich kann nicht atmen", gerufen hatte. Der Täter hatte gegenüber den Polizisten am Tatort behauptet, er selbst sei das Opfer und als Angehöriger der Glaubensgemeinschaft Sikh rassistisch beleidigt worden. Dass die Beamten dem Täter Glauben schenkten, rief vielfach Empörung im Vereinigten Königreich hervor, insbesondere bei rechten Politikern. Sie warfen der Polizei vor, Weiße zu benachteiligen.