Datum05.06.2026 22:35
Quellewww.zeit.de
TLDRDie deutschen Fußballerinnen haben sich vorzeitig für die WM 2027 in Brasilien qualifiziert. Ein 2:0-Sieg gegen Norwegen durch Tore von Marie Müller und Carlotta Wamser besiegelte die erfolgreiche Mission. Trainer Christian Wück zeigte sich stolz auf die Mannschaft, die vor 33.425 Zuschauern in Köln einen überzeugenden Auftritt bot. Die vorzeitige Qualifikation ist ein bedeutendes Ziel, zehn Jahre nach dem Olympiasieg in Rio.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „2027 geht es nach Brasilien“. Lesen Sie jetzt „WM-Mission gestartet: DFB-Frauen lösen Ticket nach Brasilien“. Christian Wück klatschte mit jeder seiner Erfolgsspielerinnen einzeln ab, mit einer Lichtshow startete dann stimmungsvoll die Mission WM 2027 in Brasilien. Eine Traumpremiere und ein Traumtor haben den deutschen Fußballerinnen den Weg zur WM 2027 geebnet. Dank der Treffer von Debütantin Marie Müller (18. Minute) und Carlotta Wamser (27.) siegte das Wück-Team 2:0 (2:0) gegen Verfolger Norwegen und qualifizierte sich vorzeitig als Gruppensieger für die erste Frauen-Weltmeisterschaft in Südamerika. "Es war unser großes Ziel", sagte Wück zur vorzeitigen Qualifikation der ARD. Er sei stolz auf das Team. "Von daher hören wir heute mal auf, negativ zu denken." Und auch seine Spielerinnen waren happy. "Ich freue mich riesig", sagte Lea Schüller: "Das sieht man auch in der Mannschaft, dass wir einfach glücklich sind." 33.425 Fans sahen in Köln einen über weite Strecken starken Auftritt der DFB-Auswahl. Wück bewies schon vor Anpfiff ein glückliches Händchen, in dem er die Außenverteidigerinnen Müller und Wamser in die Startelf schickte. Müller ersetzte auf rechts Kapitänin Giulia Gwinn (Schulter-OP), erhielt auch deren Nummer 7 - und erlebte ein Traumdebüt. Früh wagte sich die 25-Jährige vom US-Club Portland nach vorn, gewann defensiv viele Zweikämpfe und erzielte obendrein das so wichtige Führungstor. Die Bayern-Stars Klara Bühl und Linda Dallmann hatten assistiert. Wamser, die für die ebenfalls verletzte Franziska Kett ran durfte, tat sich zunächst wesentlich schwerer als Müller. Norwegens leichtfüßige Kapitänin Caroline Graham Hansen hängte die schwerfällige Leverkusenerin im Sprint einige Male ab. So unbeholfen und tapsig Wamser auf ihrer ungewohnten Position links hinten werkelte, so grandios vollendete sie vorn per Direktabnahme einen von Schüller und Dallmann stark initiierten Angriff. Eine abgefälschte Flanke Wamsers landete nach der Pause noch an der Latte. Das 2:0 entsprach insgesamt den Kräfteverhältnissen im stimmungsvollen Kölner Stadion. Zwar gelang der Wück-Elf nicht alles, sie spielte aber mit viel Einsatz, Überzeugung und stets nach vorn orientiert. Elisa Senß und Sjoeke Nüsken, die in ihrem 58. Länderspiel das Team erstmals als Kapitänin aufs Feld geführt hatte, bestimmten den Rhythmus in der Mittelfeldzentrale. Bühl, Dallmann und Jule Brand hatten ihre kreativen Momente. In der Sturmspitze blieb Schüller zwar torlos, ging aber oft weite Wege. Die Torjägerin stand erstmals seit dem 1:4 im EM-Gruppenspiel gegen Schweden im vergangenen Sommer wieder in der Startelf. Frankfurts Nicole Anyomi hatte verletzungsbedingt absagen müssen. Norwegen kam trotz Wamsers Nachlässigkeiten selten gefährlich vor das deutsche Tor. Die wenigen Gäste-Chancen parierte Keeperin Ann-Katrin Berger, als hätte es die Sorgen nach ihrer vor gut drei Wochen erlittenen Bauchverletzung nie gegeben. Und einmal stand der DFB-Elf auch das Glück zur Seite, als Signe Gaupsets Treffer kurz vor der Pause wegen Abseits aberkannt wurde. Eine knappe und wohl eher falsche Entscheidung. Am Ende war es den Deutschen egal. Zehn Jahre nach dem Olympiasieg von Rio, für den die damaligen Heldinnen in Köln geehrt wurden, steht also fest, dass die DFB-Elf wieder in Brasilien auf Titeljagd gehen darf. Wie das Olympia-Endspiel 2016 gegen Schweden (2:1) wird auch das WM-Finale am 25. Juli 2027 im legendären Maracanã stattfinden. Die Mission hat begonnen. © dpa-infocom, dpa:260605-930-180755/2