Datum05.06.2026 20:27
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Wolf, der kürzlich eine Frau in Hamburg angriff, ist wahrscheinlich tot. Sein Sender sendet seit Ende Mai keine Signale mehr. Nach dem Zwischenfall wurde das Tier ausgewildert, verhielt sich aber unauffällig. Die Hamburger Umweltbehörde vermutet, dass der Wolf die Frau biss, als diese auf das verängstigte Tier zuging. Naturschützer bezweifeln einen gezielten Angriff.
InhaltDer Wolf, der vor gut zwei Monaten eine Frau in der Hamburger Innenstadt verletzt hat, ist vermutlich tot. Der Sender an dem freigelassenen Tier schickt offenbar keine Signale mehr. Vor etwa zwei Monaten hat der Hamburger Wolf Schlagzeilen gemacht. Nun ist das Tier laut Umweltbehörde wahrscheinlich tot. Der junge Wolf hatte sich in den Hamburger Stadtteil Altona verirrt und eine Frau verletzt, bevor er eingefangen und bei seiner Auswilderung mit einem Sender versehen wurde. Die automatisierten Sendedaten des Ortungshalsbandes liegen laut dem Behördensprecher bis Ende Mai vor. Dann sei das Signal abgerissen. "Die verwendeten Sender sind technisch äußerst verlässlich und erprobt; ein Defekt oder ein herkömmlicher Verlust des Halsbandes wird nach so kurzer Laufzeit als unwahrscheinlich eingeschätzt", sagte er. Umfangreiche Suchaktionen nach dem jungen Wolf seien erfolglos geblieben. "Es konnten bislang weder das Tier noch der Sender lokalisiert werden", so der Sprecher. "Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse ist der Tod des Tieres wahrscheinlich." Zuvor hatte der NDR berichtet. Vor dem Zwischenfall war der Wolf tagelang durch Hamburg geirrt. Nach der Attacke lief er durch die Innenstadt und sprang in die Binnenalster, wo ihn die Polizei einfangen konnte. Er wurde in eine Wildtierstation nach Sachsenhagen im niedersächsischen Landkreis Schaumburg gebracht und Anfang April im südlichen Stadtgebiet von Hamburg wieder ausgewildert. Anschließend habe sich der Wolf unauffällig in einem festen Revier in einem ländlichen Bereich in Niedersachsen, über 150 Kilometer weit weg von Hamburg, niedergelassen, teilte der Sprecher jetzt mit. "Auf seiner gesamten Route hat sich das Tier völlig unauffällig und wolfstypisch verhalten." Nach früheren Angaben geht die Hamburger Umweltbehörde davon aus, dass der Wolf die Frau gebissen hat, als diese mutmaßlich auf das panische Tier zugegangen sei, um es durch die gläsernen Automatiktüren der Einkaufspassage nach draußen zu lassen. Naturschützer bezweifeln, dass der Wolf die Frau angegriffen und gebissen hat. Sie verweisen etwa auf eine Zeugin, die gesehen haben will, dass der Wolf die Frau angesprungen, aber nicht gebissen habe. Dabei habe er sie möglicherweise mit der Pranke verletzt.