Datum05.06.2026 17:34
Quellewww.spiegel.de
TLDRDeutschland wird 2035/36 erneut für einen Sitz im Uno-Sicherheitsrat kandidieren, kündigte Kanzler Friedrich Merz an. Dies folgt auf eine unerwartet deutliche Niederlage bei der Wahl für die Periode 2023/24, bei der Deutschland hinter Österreich und Portugal zurückfiel. Trotz des Scheiterns bekräftigte Außenminister Wadephul das ungebrochene Engagement Deutschlands für die Vereinten Nationen als zentrale Institution für Frieden und Sicherheit. Eine Analyse der Gründe für die Niederlage wurde angekündigt.
InhaltNach der krachenden Niederlage im Uno-Sicherheitsrat hat sich der Kanzler zu Wort gemeldet. Deutschland wird 2035/36 erneut für einen Sitz im Gremium kandidieren. Deutschland wird sich nach der gescheiterten Kandidatur für den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für die Periode 2035/36 erneut um einen Sitz im mächtigsten Uno-Gremium bewerben. Das kündigte Kanzler Friedrich Merz (CDU) am Rande eines EU-Westbalkan-Gipfels in Montenegro an. Deutschland war in der Uno-Generalversammlung in New York mit seiner Kandidatur für einen Sitz im Rat in den nächsten beiden Jahren bereits im ersten Wahlgang unerwartet deutlich Österreich und Portugal unterlegen. Deutschland kam nur auf 104 Stimmen. Für die nötige Zweidrittelmehrheit wären 127 Stimmen nötig gewesen. Für Portugal stimmten 134 Länder, Österreich kam auf 131 Stimmen. Insgesamt hat die Weltorganisation 193 Mitgliedstaaten. Deutschland folgt damit der Tradition, möglichst alle acht Jahre für zwei Jahre einen nicht ständigen Sitz im höchsten Uno-Gremium zu erhalten. Die Bundesrepublik war bereits sechsmal im Sicherheitsrat vertreten, zuletzt 2019 und 2020. Durchgefallen war Deutschland bei einer Kandidatur laut Diplomaten bisher noch nie. Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatte eine tiefgreifende Analyse der Gründe des Scheiterns angekündigt. Trotz der Klatsche in New York warnte der Außenminister vor überzogenen Konsequenzen. Er hat Vorschlägen widersprochen, Gelder für die Vereinten Nationen zu kürzen. Über die Höhe des finanziellen Engagements entscheide das Parlament, aber er sei dafür, "dass wir bei den Uno genauso engagiert bleiben wie bisher", sagte Wadephul auf eine entsprechende Frage einer Journalistin in Mexiko-Stadt. Dort traf er seinen Amtskollegen Roberto Velasco. Die Vereinten Nationen bleiben für uns die entscheidende Institution auf internationaler Ebene, die sich für Frieden, für Menschenrechte und für internationale Sicherheit einsetzt", sagte Wadephul. Deutschland bleibe im Uno-System voll engagiert, "und wir setzen weiter auf die Uno als unseren Friedensrat". Es gebe keine Institution, die über eine größere Legitimität verfüge als die Uno, wenn es um die Lösung von Krisen und Konflikten gehe. Lesen Sie auch: Außenminister Johann Wadephul wollte Deutschland einen Sitz im Uno-Sicherheitsrat sichern. Doch er scheiterte. Ist das die Quittung für die Außenpolitik der Bundesregierung ?