Krieg in der Ukraine: Merz, Starmer, Macron wollen mit Selenskyj in London beraten

Datum05.06.2026 17:05

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen am Sonntagabend in London mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj über ein Ende des Krieges beraten. Die "E3"-Staaten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) wollen die Ukraine weiter unterstützen und den Druck auf Russland erhöhen. London und Paris erwägen die Entsendung von Bodentruppen zur Friedenssicherung nach einem Waffenstillstand. Deutschland könnte Kräfte auf NATO-Gebiet einmelden. Bisher scheitern Bemühungen am mangelnden Willen Russlands und der Zurückhaltung der USA. Aus Berlin gibt es Zuversicht, dass sich bald ein Fenster für Gespräche mit Russland öffnen könnte.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Krieg in der Ukraine“. Lesen Sie jetzt „Merz, Starmer, Macron wollen mit Selenskyj in London beraten“. Berlin, Paris und London wollen gemeinsam mit der Ukraine die Bemühungen um ein Ende des Krieges wieder anschieben. Dazu wollen Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und der britische Premier Keir Starmer am Sonntagabend mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in London beraten, wie ein britischer Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Die sogenannten E3 - Deutschland, Frankreich und Großbritannien - spielen eine Schlüsselrolle bei den europäischen Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs. London und Paris stellten sogar in Aussicht, nach Abschluss eines dauerhaften Waffenstillstands Bodentruppen in die Ukraine zur Friedenssicherung zu entsenden.  Deutschland könnte laut Merz zumindest "Kräfte für die Ukraine auf benachbartem Nato-Gebiet einmelden", wie der Kanzler bei einem Treffen der in der sogenannten "Koalition der Willigen" vereinten Verbündeten Kiews Anfang des Jahres in Paris sagte. Bislang scheiterten die Bemühungen aber am mangelnden Willen Russlands und der Zurückhaltung der USA unter Präsident Donald Trump, Sicherheitsgarantien zu geben. Das Interesse in Washington an einer Friedenslösung scheint inzwischen nachgelassen zu haben. Aus dem französischen Präsidentenpalast hieß es, es werde zunächst ein Treffen von Macron, Starmer und Merz geben. Die drei würden dann anschließend mit Selenskyj sprechen. Es gehe darum, die Ukraine weiter zu unterstützen und den Druck auf Russlands Kriegsanstrengungen zu erhöhen. Russland stehe militärisch, wirtschaftlich und strategisch unter Druck, halte an der Front aber weiter an seinem mörderischen Krieg fest. Trotz zunehmender Kampfhandlungen im Ukraine-Krieg geht man in der Bundesregierung davon aus, dass es in den nächsten Monaten zu Gesprächen mit Russland über ein Ende des Krieges kommen kann. "Langsam öffnet sich ein Fenster für Gespräche der europäischen Seite mit Russland", hieß es zuletzt es aus Regierungskreisen. © dpa-infocom, dpa:260605-930-179905/1