Ukraine: Europäer planen Treffen mit Selenskyj nach Angebot an Putin

Datum05.06.2026 16:26

Quellewww.spiegel.de

TLDREuropäische Staats- und Regierungschefs wollen sich in Kürze mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen, nachdem dieser direkte Friedensgespräche mit Russlands Präsident Wladimir Putin angeboten hat. Die Bundesregierung unterstützt Selenskyjs Vorstoß, der auch die Einbeziehung Europas und der USA vorsieht. Frankreich, Großbritannien und Deutschland sehen sich als wichtige Unterstützer der Ukraine und drängen auf einen Friedensplan. Russland lehnt direkte Gespräche unter Beteiligung Dritter ab.

InhaltSelenskyj hat Putin direkte Gespräche angeboten. Darüber wollen die Europäer zeitnah mit dem ukrainischen Präsidenten sprechen. Die Bundesregierung unterstützt dessen Vorstoß. Nach dem Angebot des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für direkte Friedensgespräche mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin soll es in den kommenden Tagen ein Treffen führender europäischer Politiker mit Selenskyj geben. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte am Rande eines EU-Westbalkan-Gipfels in Montenegro, es gebe eine enge Abstimmung zwischen Frankreich, Großbritannien und Deutschland. In einigen Tagen werde man sich mit Selenskyj sehen. Bundeskanzler Merz, Großbritanniens Premier Keir Starmer und Macron hatten sich zuletzt vor rund zwei Wochen in einer Videokonferenz ausgetauscht. Zu Selenskyjs Brief an Putin sagte Macron: "Ich glaube, dass es heute die Ukraine und Russland sind, die sowohl einen Waffenstillstand als auch einen Friedensplan ausarbeiten können." Die Europäer könnten dabei helfen, da sie mit großem Abstand die wichtigsten Unterstützer der Ukraine seien. Zudem seien es die Europäer, die zu einem bestimmten Zeitpunkt bei den Gesprächen über einen Friedensplan mit am Tisch sitzen müssten, weil es dabei angesichts der geografischen Lage um eine Friedens- und Sicherheitsarchitektur für Europa gehe. "Deshalb halte ich das für eine gute Initiative", sagte er. Selenskyj hatte Putin am Donnerstag in einem offenen Brief direkte Friedensgespräche angeboten. Als Antwort erneuerte der Kreml bislang nur sein Angebot für Verhandlungen in Moskau und die Forderung nach einer vollständigen Kontrolle der ukrainischen Donbass-Region als Voraussetzung für einen Frieden. Solche Vorschläge hatte Selenskyj schon mehrfach abgelehnt. Die Bundesregierung hat das Verhandlungsangebot des ukrainischen Präsidenten an Russland begrüßt. "Wir teilen zudem die Ansicht von Präsident Selenskyj, dass an Gesprächen mit Russland auch Vertreter Europas und der Vereinigten Staaten beteiligt werden sollen", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin. Ein tragfähiger Frieden könne nur unter Einbeziehung der Europäer erreicht werden. "Wir sind sehr dafür, dass dieser Konflikt zu einem Ende geführt wird", betonte Hille. Die Ukraine zeige seit Langem eine Bereitschaft zu Gesprächen, die bei Russland aber nicht zu beobachten sei. Stattdessen gebe es "brutale Angriffe" auf ukrainische Städte.