Berlins Bürgermeister Wegner mit eigenem Truck beim CSD in Berlin

Datum05.06.2026 16:20

Quellewww.spiegel.de

TLDRBerlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner nimmt dieses Jahr prominent am CSD teil, mit einem eigens designten, doppelstöckigen Truck unter dem Motto "Regenbogenhauptstadt Berlin". Dies ist ein sichtbares Zeichen für Vielfalt und Gleichstellung. Die Teilnahme ist Teil einer Kampagne, die das Land Berlin mit rund 375.000 Euro finanziert. Wegners Engagement wird von den CSD-Veranstaltern positiv aufgenommen, insbesondere im Hinblick auf Berlins Bewerbung für den WorldPride 2032.

InhaltIm vergangenen Jahr hatte sich die CDU auf vielen Pride-Paraden rar gemacht. Dieses Jahr nimmt Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner prominent am CSD der Hauptstadt teil – mit eigens designtem Vehikel. Trucks und Stände von Grünen, Linken und der SPD findet man routiniert auf vielen Veranstaltungen rund um den Christopher Street Day (CSD), die der CDU hingegen seltener. In Berlin, Ausrichter einer der größten CSD-Paraden Deutschlands, ist hingegen Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner in der Vergangenheit bereits zu Gast gewesen. Dieses Jahr, kurz vor den Wahlen im Herbst, will Wegner noch mal einen drauflegen – und erstmals mit einem eigenen Truck teilnehmen. Das Land Berlin meldete über die Marketinggesellschaft "Berlin Partner" einen Wagen für die Demonstration mit Hunderttausenden Teilnehmern und Zuschauern am 25. Juli an, wie Senatssprecherin Christine Richter auf Anfrage mitteilte. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. Geplant ist ein doppelstöckiger Truck mit dem Motto "Regenbogenhauptstadt Berlin", der in den Farben der Regenbogenflagge gehalten, mit dem Berliner Bären versehen und mit zwei LED-Wänden ausgestattet ist. "Auf dem Wagen werden Vertreter verschiedener Initiativen, Institutionen und des Regenbogen-Netzwerks der Berliner Verwaltung mitfahren", sagte Senatssprecherin Richter. Dabei seien auch Wegner und weitere Mitglieder des Senats. "Gemeinsam mit Berlin Partner setzt das Land Berlin damit ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Gleichstellung, Antidiskriminierung und queere Sicherheit", sagte Richter. Die Teilnahme am CSD sei Teil einer Kampagne im Rahmen des Berliner "Pride Month". Die Kosten für die Kampagne bezifferte Richter auf 375.000 Euro in Geld und Sachleistungen. "Für die Umsetzung der Informationsmaßnahmen und die Realisierung des Berlin-Wagens stellt die Senatskanzlei rund 140.000 Euro (netto) bereit", hieß es. "Ergänzend unterstützt die Partner für Berlin Holding Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH das Vorhaben mit Sachleistungen im Wert von rund 235.000 Euro (netto)." Die CSD-Veranstalter erheben nach eigenen Angaben pro Truck eine Teilnahmegebühr in Höhe von 6250 Euro. Zuletzt war das Verhältnis zwischen Wegner und den CSD-Veranstaltern getrübt. Letztere warfen Wegner zeitweise vor, die queere Community nicht ausreichend zu unterstützen, er durfte den CSD zuletzt nicht mehr eröffnen. Wegner nahm dennoch teil, fuhr teilweise auch auf Trucks anderer Initiativen oder Organisationen mit. Dass Wegner nun mit dem "Berlin-Partner"-Truck teilnimmt, begrüßte der CSD-Vorstand. "Der Berliner CSD lebt davon, dass sich Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sichtbar für Vielfalt, Demokratie und die Rechte der LGBTIQ* Community einsetzen", hieß es in einer Erklärung. "Gerade mit Blick auf unsere Bewerbung für den WorldPride 2032 ist eine Unterstützung des Regierenden Bürgermeisters von entscheidender Bedeutung", ergänzte ein Sprecher. Das "WorldPride"-Festival ist eine der größten internationalen Veranstaltungen der queeren Community und fand noch nie in Deutschland statt. Dass politische Institutionen mit einem Truck am CSD teilnehmen, ist nichts Ungewöhnliches. In diesem Jahr sind laut Veranstalter auch CDU, SPD, Grüne, Linke, FDP und Volt mit eigenem Truck vertreten. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg ist ebenfalls dabei.