Datum05.06.2026 09:05
Quellewww.spiegel.de
TLDRCheck24 verfolgt eine Strategie, eigene Marken zu entwickeln und diese auf der Vergleichsplattform anzubieten, was auch die Übernahme eines Stromanbieters einschließt. Diese Vorgehensweise stößt auf Kritik von Verbraucherschützern, die mangelnde Transparenz und mögliche Bevorzugung eigener Produkte bemängeln. Zeitgleich dient die Eigenmarken-Strategie auch als Schutz vor potenziellen Risiken durch KI-Apps. Die Firma selbst ist dank massiver Werbeausgaben bekannt, während die dahinterstehende Gesellschaft weniger im Fokus steht.
InhaltDas Vergleichsportal Check24 hat kürzlich still und leise einen Stromanbieter gekauft. Ein Deal, der in die ausgebuffte Eigenmarken-Strategie passt – und auf Kritik stößt. Wenige Tage vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft greift das Vergleichsportal Check24 wieder in die Marketingtrickkiste. Zwei Millionen Deutschlandtrikots verschenkt die Münchner Digitalfirma an Fußballfans. Der prominente Check24-Schriftzug auf dem Trikot wird so wieder in unzähligen Fußballkneipen und Fanmeilen zu sehen sein. Es ist nicht die erste Aktion dieser Art. Mit einem enormen Werbebudget – im Fernsehen, bei Google oder mit Sonderaktionen wie den Trikots – ist Check24 deutschlandweit bekannt und erfolgreich geworden. Die Firma dahinter ist dagegen weitgehend unbekannt. Zum Playbook von Check24 gehört es, eigene Marken zu entwickeln, die auf der Plattform dann im Vergleich auftauchen. Zum Kosmos zählen etwa ein Mietwagenvermittler, ein Reiseanbieter und eine Bank. Kürzlich hat die Firma dann auch einen Stromanbieter übernommen. Diese Verquickung führt zu Kritik. Verbraucherschützer monieren, dass die Verbindung für Kundinnen und Kunden nicht transparent sei. Check24 könnte so die eigenen Produkte bevorzugen, was das Unternehmen abstreitet. Dabei wird die Eigenmarken-Strategie mittlerweile auch dafür genutzt, sich gegen KI-Apps wie ChatGPT oder Claude zu wappnen. Denn die KI-Start-ups, die vielen Menschen bei Alltagsfragen helfen, könnten auch für Check24 zur Gefahr werden. Über die Zusammenhänge, die Macher hinter dem Portal und die ausführliche Recherche zu Check24 spricht in dieser Folge Sarah Heuberger mit manager-magazin-Redakteur Caspar Schlenk. Im Podcast „manager magazin INSIDE" informieren Sarah Heuberger und Henning Hinze jede Woche im Wechsel über die exklusiven Erkenntnisse der Redaktion zu einem für die deutsche Wirtschaft entscheidenden Thema. Sie können den Podcast über manager-magazin.de sowie auf Spotify , Apple , Deezer und bei Google abonnieren.