French Open: Qualifikantin Chwalinska steht im Finale – und macht sich Sorgen, weil ihre Trainer »jeden Tag Pizza essen«

Datum05.06.2026 08:22

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Qualifikantin Maja Chwalinska hat überraschend das French-Open-Finale erreicht. Die Polin setzte sich im Halbfinale durch und steht damit erstmals in einem Grand-Slam-Endspiel. Sie teilt sich ein kurioses Detail: Ihre abergläubischen Trainer essen täglich Pizza, was der Spielerin Sorgen bereitet. Chwalinska, die nach Verletzungen und einer Depressionsphase kämpfte, wird trotz ihres Erfolgs als Außenseiterin ins Finale gegen Mirra Andrejewa gehen.

InhaltMaja Chwalinska steht nicht in den Top-100, dafür aber im Endspiel der French Open. Nach dem Sieg im Halbfinale erzählt sie von dem Essverhalten ihrer abergläubischen Coaches. Die polnische Tennisspielerin Maja Chwalinska hat ihren sensationellen Erfolgslauf bei den French Open fortgesetzt und mit dem Finaleinzug einen Meilenstein gesetzt. Die 24-Jährige gewann gegen die Russin Diana Schnaider 7:6 (7:4), 6:4 und erreichte als zweite Qualifikantin überhaupt ein Grand-Slam-Finale. Das Kunststück war auch Emma Raducanu bei den US Open 2021 gelungen – die Britin holte damals sogar den Titel. Dafür muss die Weltranglisten-114. Chwalinska im Finale am Samstag aber die klare Favoritin Mirra Andrejewa schlagen. Die 19 Jahre alte Russin hatte kurz zuvor das Halbfinale gegen die Ukrainerin Marta Kostjuk 6:1, 6:3 gewonnen und ebenfalls erstmals in ihrer Karriere das Endspiel eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Chwalinska macht sich trotz ihres Höhenflugs allerdings auch Sorgen – um die Gesundheit ihres Teams. "Ich bin eigentlich kein besonders abergläubischer Mensch, aber meine Trainer sind es. Die essen jeden Tag Pizza, wirklich jeden Tag, und wir sind jetzt schon drei Wochen hier", sagte die Polin auf einer Pressekonferenz  – und ergänzte mit einem Augenzwinkern: "Die werden so viel zunehmen. Das wird furchtbar." Zu ihrem persönlichen Tennis-Märchen auf dem Court sagte sie: "Ich habe das Gefühl, als wäre ich in einer Blase. Ich weiß nicht, was gerade los ist. Ich bin einfach nur sehr glücklich, hier zu sein", sagte die Chwalinska, die mit ihren drei Siegen erstmals überhaupt ins Hauptfeld beim Sandplatz-Höhepunkt gerückt war. Nach nun neun Siegen in Serie wird sie in der Weltrangliste mindestens auf Platz 21 klettern. Chwalinska hatte zu Junioren-Zeiten gemeinsam mit Polens Tennisstar Iga Świątek auch Doppel gespielt. Dann gingen die Karrieren der beiden weit auseinander: Swiatek gewann sechs Grand-Slam-Titel, Chwalinska plagte sich mit vielen Verletzungen und auch einer Depressionsphase. Vor dem Endspiel gegen Schnaiders Landsfrau Mirra Andrejewa will Chwalinska nun bestmöglich die Batterien aufladen. Auf ihren geliebten Sport will sie dabei aber nicht gänzlich verzichten. "Ich werde schlafen und ich werde meinen Tee trinken", sagte die Polin: "Ich werde mir etwas Gutes anschauen, vielleicht ein bisschen Tennis. Denn ich bin ein kleiner Tennis-Freak."