Datum15.10.2025 11:00
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Stiftung Warentest hat 27 Hustenmittel getestet und kommt zu dem Ergebnis, dass viele Produkte, insbesondere Hustenstiller, überflüssig sind, da ihre Wirksamkeit nicht ausreichend belegt ist. Insbesondere einige Inhaltsstoffe können sogar gesundheitliche Risiken bergen. Hustenlöser schneiden etwas besser ab, wirken jedoch nur mäßig. Statt auf Medikamente zu setzen, empfehlen die Tester Hausmittel wie Honig und betonen die Wichtigkeit von Ruhe und Geduld, da Husten oft von selbst abklingt.
InhaltWas tun, wenn der Hals kratzt und die Bronchien pfeifen? Die Stiftung Warentest hat Hustenstiller und Hustenlöser getestet. Ihr Rat: Hausmittel sind oft die bessere Wahl. Wenn der Herbst kommt, husten wieder mehr Menschen. Das sorgt bei den Betroffenen oft auch für schlechte Nächte. Dagegen gibt es auf dem Markt zwei Arten von Hustenmitteln: Hustenlöser lösen den Schleim und sollen das Abhusten erleichtern. Kommt es zum Ende des Infekts hin zu trockenem Reizhusten, sollen Hustenstiller Linderung bringen. Doch wie gut sind die Mittel – pflanzlicher und synthetischer Natur – die man in der Apotheke kaufen kann? Für 27 Hustenmittel hat die Stiftung Warentest nun Studien zur Wirksamkeit geprüft. Das Fazit ist ernüchternd: "Das Geld für Hustenmittel können sich Verbraucher in der Regel sparen", schreiben die Testerinnen und Tester. Das gilt vor allem für Hustenstiller. Sowohl die pflanzlichen als auch die synthetischen Varianten fallen im Test allesamt durch. Ihre Wirksamkeit ist nicht ausreichend belegt – und so mancher Wirkstoff birgt auch Risiken. Dextromethorphan etwa: Der Wirkstoff kann abhängig machen und Halluzinationen auslösen – wenn auch selten. Insgesamt drei der getesteten Hustenstiller bergen den Angaben zufolge dieses potenzielle Risiko. Etwas besser sieht es bei den Hustenlösern aus. Den Großteil von ihnen bewerten die Warentesterinnen und Warentester als "mit Einschränkung geeignet". Für sie ist zwar eine Wirkung nachgewiesen, sie fällt aber nur mäßig aus – und bei Belegen für die Wirksamkeit der Mittel ist noch Luft nach oben. Wer von Husten geplagt wird und kein Hustenmittel zu Hause hat, muss sich also nicht auf den Weg zur Apotheke machen. Alternativ tut es auch der Griff zum Honigglas. Denn Honig – ob pur oder eingerührt in warmen Tee oder warme Milch – kann bei Husten wohltuend sein. Auch hier ist die Studienlage den Warentestern zufolge nicht eindeutig, "aber vergleichbar mit den eingeschränkt wirksamen Hustenmitteln im Test". Was ebenfalls hilft: Ruhe und Geduld. Dass Husten nach einer Erkältung noch drei, vier Wochen bleibt, ist normal, so die Allgemeinmedizinerin Sabine Gehrcke-Beck in der Zeitschrift. Ihr Rat: den Rachen feucht halten. Das hilft dem Körper dabei, den Husten selbst zu bekämpfen. Das klappt mit heißen Getränken, zuckerfreien Lutschbonbons und Inhalationen. Zudem gibt die Stiftung Warentest zu bedenken: "Husten dauert länger, als viele denken – geht aber in der Regel von allein weg."