Kuba: USA verhängen Sanktionen gegen kubanischen Präsidenten

Datum05.06.2026 00:59

Quellewww.zeit.de

TLDRDie USA haben Sanktionen gegen Kubas Präsidenten Miguel Díaz-Canel und seine Familie verhängt. Dies schließt ein Einfrieren von Vermögenswerten und Geschäftsverbote ein. Auch der einflussreiche Ex-Präsident Raúl Castro und dessen Familie sind betroffen. Die Maßnahmen erhöhen den Druck auf die kubanische Regierung, die sich in einer schweren Wirtschaftskrise befindet. Die USA versuchen, einen politischen Wandel in Kuba zu erzwingen.

InhaltKubas Präsident Miguel Díaz-Canel und seine Familie dürfen keine geschäftlichen Beziehungen mehr in die USA unterhalten. Auch Ex-Präsident Raúl Castro wird sanktioniert. Die USA haben Sanktionen gegen Kubas Präsidenten Miguel Díaz-Canel und seine Familienmitglieder verhängen. Laut dem US-Finanzministerium wurde der 66-Jährige auf eine zentrale Sanktionsliste gesetzt, wodurch etwa Vermögenswerte eingefroren werden können und von US-Seite aus keine Geschäftsbeziehungen bestehen dürfen. Auch die Ehefrau von Díaz-Canel, Lis Cuesta Peraza, sowie sein Stiefsohn Manuel Anido Cuesta wurden mit Sanktionen belegt. Von den Maßnahmen betroffen sind ebenfalls ein Sohn, Alejandro Castro, und ein Enkel, Raúl Alejandro Castro, des 95-jährigen Ex-Präsidenten Raúl Castro. Castro spielt hinter den Kulissen immer noch eine Rolle in der kubanischen Politik. Mit dem Schritt erhöhen die USA den Druck auf die Regierung Kubas. US-Präsident Donald Trump hatte immer wieder eine mögliche "Übernahme" des Landes, das wirtschaftlich schwer angeschlagen ist, ins Spiel gebracht. Der kubanische Präsident führt seit 2018 die Regierungsgeschäfte in Havanna. Er gilt als treuer Parteisoldat, der Stufe um Stufe die Karriereleiter erklommen hat und dann schließlich seinen politischen Ziehvater Raúl Castro an der Staatsspitze ablöste. Während der Amtszeit von Díaz-Canel geriet Kuba in eine der schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution 1959 mit Stromausfällen und Versorgungsproblemen. Angesichts der jüngsten Drohungen aus den USA gab sich Díaz-Canel aber kämpferisch. "Meine Herren Imperialisten: Wir haben absolut keine Angst vor Ihnen", sagte er. Der 2016 gestorbene Fidel Castro und sein Bruder Raúl waren die Anführer der Revolution, die die Regierung des Diktators Fulgencio Batista stürzte und ein sozialistisches Staatsmodell in Kuba etablierte. Zuletzt hatte die US-Regierung eine Klage gegen Raúl Castro angekündigt. Ihm wird eine Verwicklung in den Abschuss von zwei Flugzeugen einer exilkubanischen Organisation durch Kubas Luftwaffe im Jahr 1996 vorgeworfen, bei dem vier Menschen starben. Seit Jahrzehnten sind die Beziehungen zwischen den Regierungen in Washington und Havanna angespannt. Unter US-Präsident Donald Trump nahmen die Spannungen zuletzt nochmals zu. Mit einer Reihe von neuen Sanktionen und einer Ölblockade versucht er, einen wirtschaftlichen und politischen Wandel im Interesse der USA zu forcieren.