Datum04.06.2026 19:46
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Obduktion des Buckelwals "Timmy" auf Anholt ergab, dass es sich um ein Weibchen handelte. Im Darm wurde ein Fischernetz gefunden. Die genaue Todesursache des seit Wochen angeströmten Wals ist unklar, da der Verwesungsprozess fortgeschritten ist. Experten suchen nach Hinweisen auf Ertrinken oder Verletzungen.
InhaltNoch läuft die Obduktion von Wal Timmy auf der dänischen Insel Anholt, doch erste Ergebnisse gibt es bereits. So wurde der Gebärmutterhals des Tieres freigelegt. Zudem wurde in seinem Darm ein Stück Fischernetz gefunden. Die mit Spannung erwartete Obduktion des als "Timmy" oder "Hope" bekannten Buckelwals am Strand der dänischen Insel Anholt hat erste Ergebnisse geliefert. Demnach war "Timmy", wie zuvor vermutet, eigentlich ein Weibchen. Das Expertenteam, das den Kadaver obduziert, habe soeben den Gebärmutterhals des Tieres freigelegt. Das teilte der Livestreamanbieter News5, der die Obduktion mit der Kamera begleitet, mit. Bilder von News5 zeigten, wie ein Expertenteam den gelb-bräunlichen Kadaver zunächst genau begutachtete und Notizen machte. Danach vermaßen die Fachleute das Tier. Anschließend wurde der Kadaver mit einem länglichen Messer aufgeschnitten, um Gase aus dem stark aufgeblähten Tier abzulassen, wie Bilder zeigen. Danach wurde der Wal geöffnet und zerteilt. Auch Schaulustige und Medienvertreter versammelten sich um die Absperrung. Inzwischen wurden weite Teile des Magens und Darms des Tieres entfernt. Im Darm des Tiers ist ein Stück Fischernetz gefunden worden. Die Experten wollen primär herausfinden, woran der Buckelwal, der seit Wochen Schlagzeilen macht, gestorben ist. Unter anderem ist die Entnahme von Hautproben für einen DNA-Test geplant. Anberaumt sind dafür etwa sechs Stunden. Die Frage nach der Todesursache könnte allerdings schwierig zu klären sein. "Es könnte schon zu spät sein, um etwa innere Blutungen zu entdecken", sagte der dänische Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen. Auch die Frage, ob der Wal Wasser in der Lunge gehabt haben könnte, lasse sich womöglich nicht mehr beantworten, meint der Experte. Fischernetze in Magen und Darm könnten zum Tod des Tiers beigetragen haben. Seit mehreren Wochen liegt der Kadaver des Tieres vor der Urlaubsinsel und ist durch Fäulnisgase stark aufgebläht und von Möwen traktiert. Schaulustige vor Ort brauchen also einen guten Magen. "Der Wal hat jetzt schon sehr lange in der Sonne gelegen und wird sehr stinken", sagte der Walforscher Teglberg Madsen. "Jeder, der sich dem Wal nähert, kann sich mit Krankheiten, Viren oder Bakterien anstecken. Deshalb begrenzen wir die Zahl der Menschen am Wal und tragen Schutzkleidung, Schürzen, Masken, Handschuhe", sagte Madsen im Mai im Gespräch mit dem SPIEGEL. (lesen Sie hier das gesamte Interview darüber, wie die Obduktion im Detail abläuft). Aus der Ferne wollte auch das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern die Obduktion verfolgen, wie eine Sprecherin der dpa mitteilte. Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace und das in Stralsund ansässige Deutsche Meeresmuseum wollten per Stream dabei sein. Der Kadaver sollte voraussichtlich zumindest an diesem Donnerstag noch auf der dänischen Insel Anholt bleiben.