Gaza: Bei von Hamas übergebener Leiche soll es sich nicht um eine Geisel handeln

Datum15.10.2025 10:56

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Hamas hat vier Tote an Israel übergeben, die möglicherweise nicht alle Geiseln sind. Das israelische Militär äußert Bedenken, dass eine Leiche nicht mit den Daten bekannter Geiseln übereinstimmt und vermutet, es könnte sich um einen Hamas-Kämpfer handeln. Israel geht davon aus, dass es 28 tote Geiseln gibt, von denen viele nicht gefunden werden können. Die Geisel- und Leichenausgaben sind Teil eines Waffenruheabkommens, das auch die Freilassung von Palästinensern und humanitäre Hilfe umfasst.

InhaltDie Hamas hat diese Nacht vier Tote an Israel übergeben. Es sollen die Überreste verstorbener Geiseln sein. In einem Fall äußert das israelische Militär nun Bedenken und hat einen eigenen Verdacht. Eine der von den Hamas-Terroristen übergebenen toten Geiseln ist womöglich gar keine. Das hat die israelische Armee am Mittwoch bekannt gegeben. Demnach stimmen die Überreste nicht mit den Daten der bekannten Geiseln überein. Die islamistische Gruppe sei verpflichtet, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Leichen der übrigen Geiseln zurückzugeben, teilt das Militär weiter mit. Laut dem israelischen Fernsehsender KAN geht das Militär davon aus, dass es sich bei dem Leichnam um einen Hamas-Kämpfer handelt. Bereits vergangene Woche gingen israelische Behörden davon aus, dass die Hamas nicht in der Lage sein wird, alle toten Geiseln im Gazastreifen zu finden. Die Regierung von Premier Benjamin Netanyahu geht davon aus, dass es 28 tote israelische Geiseln gibt. Eine Quelle schätzt, dass sieben bis neun Leichname nicht übergeben werden könnten, eine andere geht gar von zehn bis 15 aus. Bereits im Februar hatte die Hamas eine fremde Frauenleiche fälschlich als die Geisel Shiri Bibas ausgegeben. Untersuchungen des Nationalen Forensischen Instituts und der israelischen Polizei hatten den Trug erkannt. Hier lesen Sie mehr über den Fall. Am Montag hatte die Terrororganisation alle 20 noch lebenden Geiseln freigelassen. Im Gegenzug sollen fast 2000 inhaftierte Palästinenser aus israelischen Gefängnissen freikommen. Zu den Vereinbarungen gehört aber auch, dass die Hamas auch die Leichen der 28 toten Geiseln übergibt. Vier hatten die Islamisten dann am Dienstag in einem ersten Schritt übergeben. Die Übergabe der Geiseln und Gefangenen zwischen beiden Seiten ist Teil der ersten Phase eines Waffenruheabkommens. Am 8. Oktober 2025 hatte der US-Präsident Donald Trump einen Durchbruch in den indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas in Ägypten verkündet. Die Einigung sieht unter anderem eine Waffenruhe, die Freilassung von Geiseln und palästinensischen Häftlingen und die Lieferung humanitärer Hilfe in den Gazastreifen vor. Zudem soll Israel seine Soldaten im Gazastreifen auf eine vereinbarte Linie zurückziehen. Die Hamas soll baldmöglichst ihre Waffen abgeben.