Jess Asato: Britische Abgeordnete klagt wegen Fake-Fotos gegen Elon Musks xAI

Datum04.06.2026 16:14

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie britische Abgeordnete Jess Asato verklagt Elon Musks Unternehmen xAI wegen Verletzung der Privatsphäre. Mit dem KI-Chatbot Grok wurden gefälschte Bilder erstellt, die Asato im Bikini zeigen. Sie fordert Schadensersatz und möchte einen Präzedenzfall schaffen, um KI-Unternehmen für solche Fälle haftbar zu machen. Premierminister Keir Starmer unterstützt die Klage. Dies geschah, nachdem xAI die Generierung von Bildern realer Personen mit Kleideränderungen einschränkte, nachdem auch die Autorin Ashley St. Clair Klage eingereicht hatte.

InhaltMit der Grok-KI von Elon Musk sollen Fake-Fotos erstellt worden sein, die eine britische Abgeordnete im Bikini zeigen. Nun geht die Parlamentarierin Jess Asato mit prominenter Unterstützung gerichtlich gegen Musk vor. Die britische Politikerin Jess Asato hat am Donnerstag erklärt, dass sie wegen Verletzung der Privatsphäre gegen Elon Musks Unternehmen xAI klagt. Die Abgeordnete der regierenden Labour-Partei wirft dem Unternehmen vor, dass mithilfe des Chatbots Grok gefälschte Bilder von ihr erstellt wurden. Demnach habe jemand Grok im Januar verwendet, um ohne ihre Einwilligung Fake-Fotos zu erstellen, die sie im Bikini zeigen. Der Vorfall soll sich ereignet haben, nachdem sie die Verbreitung von Deepfake-Pornografie im Internet kritisiert hatte. Nach eigenen Angaben reichte Asato am Mittwoch beim High Court in London Klage ein und beruft sich dabei auf den Missbrauch privater Informationen gemäß dem Datenschutzgesetz. Sie fordert Schadensersatz und erklärt, sie wolle einen Präzedenzfall schaffen, wonach Unternehmen für die Gestaltung ihrer KI-Systeme haftbar gemacht werden können. "Niemand könnte mich auf der Straße ausziehen und mir einen Bikini anziehen. Ich sehe nicht ein, warum es erlaubt sein sollte, das online mit mir zu machen", sagte sie. "Es ist, als hätte mich jemand ohne meine Zustimmung digital ausgezogen." Asato hofft, dass sich weitere Personen ihrer Klage anschließen. Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte, er unterstütze Asatos rechtliche Schritte zu 100 Prozent. "Jess Asato handelt absolut richtig", sagte Starmer gegenüber Journalisten. "In ihrem Fall wurden mit Grok ekelerregende Bilder erstellt." Nach einem internationalen Aufschrei gegen Deepfake-Pornografie erklärte Musks Unternehmen im Januar, es werde Grok-Nutzern künftig nicht mehr erlauben, Bilder realer Personen zu bearbeiten, um deren Kleidung virtuell zu entfernen. Ein im vergangenen Jahr im Vereinigten Königreich verabschiedetes Gesetz stellt die Erstellung von nicht einvernehmlich erzeugten Deepfake-Bildern erwachsener Personen unter Strafe. Für den bereits zuvor angerichteten Schaden müsse xAI dennoch zur Verantwortung gezogen werden, sagte Asato: "Ist der Schaden einmal angerichtet, ist er angerichtet". Man müsse das mit anderen Produkten, wie etwa Autos vergleichen: "Wenn ein Auto mit einem Defekt ausgeliefert wurde, wird es zurückgerufen und der Fehler behoben, damit kein weiterer Schaden entsteht." Im Januar reichte die amerikanische Autorin Ashley St. Clair, Mutter von Musks Sohn Romulus, in New York eine Klage gegen xAI ein. Sie behauptet, dass mit Grok explizite Bilder von ihr generiert worden seien, darunter eines, auf dem sie minderjährig dargestellt wird. xAI reagierte am Donnerstag nicht sofort auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AP um Stellungnahme.