Datum04.06.2026 12:31
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer "Startklar"-Newsletter behandelt das "Ghosting" von Bewerbern, wobei Unternehmen sich damit schaden. Außerdem werden die Äußerungen der Forschungsministerin Bär zum Bafög kritisiert, die Studierende als "privilegiert" bezeichnet. Die Wut junger Menschen auf KI und der zunehmende Perfektionismus unter Studierenden, die zu enormem Druck führen, sind weitere Themen.
InhaltDie fragwürdigen Äußerungen von Forschungsministerin Bär zum Bafög. Warum die Wut junger Menschen auf KI verständlich ist. Und wie Studierende unter Perfektionismus leiden. Das sind die Texte der Woche zu Studium und Jobeinstieg. Während meines Studiums habe ich mich für ein Praktikum bei BMW beworben. Ich wollte in München leben. Und ich dachte wohl, wenn ich einmal fest bei einem Autokonzern lande, werde ich reich. Von BMW hörte ich gar nichts. Wenn ich mich richtig erinnere, kam noch nicht einmal eine Absage. Ich wurde geghostet. Damit beschäftigt sich auch unsere Kolumnistin Sara Weber diese Woche. Sie beschreibt, wie man sich in dieser Situation fühlt, wie einem lauter Fragen durch den Kopf rattern: Muss ich nur noch ein bisschen länger warten? War meine Bewerbung nicht gut genug? Hätte ich im Bewerbungsgespräch etwas anders machen müssen? Wurde die Stelle schon besetzt? Weber erklärt, warum sich Arbeitgeber damit schaden und was man in der Situation selbst tun kann. Ich habe mich übrigens nie wieder bei einem Großkonzern beworben. Als ich nach einer anderen Bewerbung eine Absage – aber ohne Begründung – erhielt, rief ich einfach an und ließ mir eine Erklärung geben. Auch, wenn es mich etwas Überwindung gekostet hat, hat es für alle weiteren Anschreiben viel gebracht. Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Katharina Hölter, Redakteurin SPIEGEL Start Danke für Ihre Bewerbung. Wir melden uns nie: Eine Absage ist schnell geschrieben. Trotzdem melden sich viele Unternehmen nie wieder auf eine Bewerbung. Für Arbeitssuchende fühlt sich das mies an – und Arbeitgeber schaden sich damit letztlich selbst. Spart euch die KI-Predigten! An amerikanischen Hochschulen werden prominente Redner ausgepfiffen, sobald sie von KI schwärmen. Zu Recht. Denn diese Generation hat verstanden, was viele Techmanager lieber verschweigen, findet mein Kollege Markus Sutera . Wer ist hier privilegiert, Frau Ministerin? Bundesforschungsministerin Dorothee Bär erteilt der Bafög-Reform scheinbar eine Absage und nennt Studierende "privilegiert". Damit verdreht die CSU-Politikerin die Realität, findet mein Kollege Lukas Hildebrand. Nie gut genug? Perfektionismus belastet Studierende zunehmend: Leistung bringen, sich ständig vergleichen, bloß keine Fehler machen: Studierende spüren immer mehr Druck, wie eine Studie zeigt. Fachleute warnen vor massiven Folgen – nicht nur für die Studierenden.