Incels: Die traurigste Ecke des Internets

Datum04.06.2026 10:41

Quellewww.zeit.de

TLDRIncels sind unfreiwillig sexuell enthaltsame Männer, die Schwierigkeiten haben, Partnerinnen zu finden. Ihre Online-Gemeinschaften sind oft von Selbsthass, Wut auf Dating-Märkte und Hass auf Frauen geprägt. Die Netflix-Serie "Adolescence" hat diese digitale Subkultur bekannter gemacht und wirft Fragen nach ihrer Verbreitung, ihren Frauenbildern und dem gefährlichen Potenzial auf. Der Artikel beleuchtet die Hintergründe und die Bedeutung des Internets für diese Gruppe.

InhaltIncels nennen sich Männer, denen Frauen und Sex fehlen. Wie sie Hass auf sich selbst und Feminismus entwickeln – und wie gefährlich ihre Welt ist. Der Digitalpodcast Seit Jahren schon formiert sich im Internet ein Club der Hoffnungslosen: Männer, meist jung und heterosexuell, die keine Partnerin für Sex und Liebesbeziehung finden, obwohl sie sich das wünschen. Sie halten sich für zu hässlich, zu schüchtern, zu wenig liebenswert, als dass sich jemals etwas daran ändern könnte. Incels nennen sie sich: involuntarily celibates – unfreiwillig sexuell enthaltsam. Oft schlägt diese Selbstdiagnose in Selbsthass um, in Wut auf die schönheitsfixierte Oberflächlichkeit des Online-Dating-Marktes – bei vielen auch in den Hass auf Frauen. Spätestens seit dem Erfolg der Netflix-Serie Adolescence hat diese digitale Subkultur größere Bekanntheit erlangt. Nur: Was genau sind eigentlich Incels? Was treibt sie um – und vor allem: In welchem Verhältnis stehen sie zum Hass auf Frauen im Analogen und Digitalen? Wie nihilistisch ist das Weltbild, auf das man in ihren Kreisen trifft, wie viel Angst vor ihnen ist angebracht – und welche Aussagen lassen sich überhaupt über ihre sehr diverse digitale Community treffen? Oft wird nur über die Szene gesprochen. Philipp Daum, Redakteur im Ressort X, hat den Kontakt zu Incels aufgenommen, mit ihnen über ihre Welt, ihr Frauenbild und ihre Hoffnungslosigkeit gesprochen. Mit Podcast-Host Meike Laaff bespricht er, was die Incel-Kultur ausmacht, welche Rolle das Netz für sie spielt und wo ihre Probleme die Probleme des digitalen Mainstreams berühren. Im Rabbithole der Woche berichtet Philipp Daum, wie er bei der Vorbereitung auf die Fußball-WM zurück zu den Wurzeln kehrt – und sich ein Panini-Sammelheft für Kicker-Sticker besorgt hat. Zum Weiterlesen: Haben Sie Feedback oder Fragen zur Folge? Dann schreiben Sie uns gern an neustart@zeit.de. Im ZEIT-Podcast "Neustart" ordnen die Hosts Henrik Oerding und Meike Laaff mit ihren Kolleginnen und Kollegen ein, was gerade in der Digitalwelt passiert – und was dies für die Offlinewelt bedeutet. Auch, aber nicht nur für Nerds. Jeden zweiten Donnerstag erscheint eine neue Folge. Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.