Susanne Seehofer: FDP-Politikerin fordert Unterstützung für Wolfgang Kubicki

Datum04.06.2026 05:53

Quellewww.spiegel.de

TLDRSusanne Seehofer, einst Anhängerin von Marie-Agnes Strack-Zimmermann, fordert nun Unterstützung für den neuen FDP-Parteichef Wolfgang Kubicki. Sie betont die Notwendigkeit der Geschlossenheit nach Kubickis Wahl gegen Strack-Zimmermann. Seehofer mahnt, dass parteiinterne Streitigkeiten der FDP schaden und die Kraft auf die Auseinandersetzung mit politischen Gegnern und Wählergewinnung gerichtet werden müsse. Sie sieht die zukünftige Relevanz der Partei in Gefahr.

InhaltSusanne Seehofer ist eigentlich Fan von Marie-Agnes Strack-Zimmermann, aber nach dem Parteitag schwenkt sie nun um. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Im FDP-Richtungsstreit bekommt der neue Parteichef Wolfgang Kubicki Rückendeckung von Susanne Seehofer. "Wolfgang Kubicki ist klar gewählter neuer Bundesvorsitzender der FDP", sagte die bayerische Liberale dem SPIEGEL, "und jetzt ist es unser aller Aufgabe, ihn zu unterstützen, damit die FDP wieder Erfolg hat." Zuletzt hatte sich Seehofer als Fan der FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann zu erkennen gegeben. Diese hatte auf dem Bundesparteitag am vergangenen Wochenende überraschend den 74-jährigen Kubicki herausgefordert. Strack-Zimmermann unterlag mit knapp 40 Prozent der Stimmen. In den Tagen danach attackierten Strack-Zimmermann und Kubicki einander scharf. Mittlerweile senden sie wieder versöhnliche Signale. "Wir müssen Wählerinnen und Wähler überzeugen und uns mit unseren politischen Gegnern in anderen Parteien auseinandersetzen", fordert Seehofer nun, "darauf sollten wir unsere Kraft verwenden". Die stellvertretende bayerische FDP-Vorsitzende mahnt: "Wer jetzt weiter Öl ins Feuer gießt und parteiinternen Streit ohne Not betont, hat nicht verstanden, was es geschlagen hat für die FDP". Es gehe "um nicht weniger als ums Überleben". Die 35-jährige Seehofer wurde auf dem Parteitag mit dem zweitbesten Ergebnis wieder ins Präsidium gewählt. Sie ist die Tochter des früheren CSU-Chefs und bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Die Kampfabstimmung zwischen Kubicki und Strack-Zimmermann auf dem Parteitag und der anschließende Streit zwischen ihnen steht für inhaltliche und stilistische Differenzen in der FDP. Kubicki wurde vor allem vom eher konservativen Lager bei den Freien Demokraten unterstützt, Strack-Zimmermann vom eher progressiven Lager. Der nordrhein-westfälische Partei- und Fraktionsvorsitzende Henning Höne hatte seine Kandidatur um den Vorsitz vor zweieinhalb Wochen zurückgezogen.