Datum04.06.2026 05:21
Quellewww.zeit.de
TLDRHamburg steuert auf ein Storchen-Rekordjahr zu. Aktuell leben 56 Brutpaare in der Großstadt, die sich entlang der Elbe, besonders in den Vier- und Marschlanden, wohlfühlen. Die feuchten Wiesen und zahlreichen Gräben bieten ideale Lebensbedingungen und Nahrungsquellen. Storchenbetreuer Jürgen Pelch erwartet eine positive Bilanz, die die Erfolge des Vorjahres übertreffen könnte. Die offizielle Zählung der Jungstörche erfolgt Mitte/Ende Juli.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Storchenhochburg“. Lesen Sie jetzt „Hamburg steuert auf Storchen-Rekordjahr zu“. Seit Jahren schon ist Hamburg die Großstadt mit den meisten Weißstörchen. 2026 haben erneut mehr Brutpaare ein Nest entlang der Elbe gesucht und ziehen dort derzeit ihre Jungen auf. Damit steuere die Hansestadt auf einen Rekord zu, sagt Jürgen Pelch, Storchenbetreuer beim Naturschutzbund Nabu Hamburg. "Die Bilanz müsste dieses Jahr rekordverdächtig sein." Auf Hamburger Stadtgebiet leben aktuell 56 Storchenpaare. "Ob sie alle Bruterfolg haben, weiß ich noch nicht ganz genau. Aber es wird bestimmt noch etwas besser als 2024, da hatten wir 113 Jungstörche." Auf der niedersächsischen Seite der Elbe leben Pelch zufolge ähnlich viele Tiere. Die meisten Hamburger Weißstörche leben in den Vier- und Marschlanden, also im Bezirk Bergedorf. Vor 50 Jahren lebten auf Hamburger Grund lediglich acht Paare. Dass sich die Störche vor allem entlang der Elbe im Westen der Stadt so wohlfühlen und immer wieder kommen, liegt auch an den vielen Teichen, kurzen Wiesen, Feuchtwiesen und Gräben, wie ein Sprecher der Hamburger Umweltbehörde sagt. Und Pelch ergänzt: "Alle 20 Meter haben wir Gräben. Wir liegen ja hier auf Normalnull oder sogar etwas unter dem Meeresspiegel und das Gebiet muss entwässert werden und bei Trockenheit kann man das auch bewässern und das kommt den Störchen zugute." Störche ernähren sich vor allem von Kleintieren wie Fröschen, Lurchen, Mäusen und Maulwürfen, Jungstörche werden zu Beginn beispielsweise mit Regenwürmern gefüttert. Für Jürgen Pelch, der in diesem Jahr seit genau 50 Jahren ehrenamtlicher Storchenbetreuer in Hamburg ist, beginnt nun die Zählung der aus den Nestern herausragenden Schnäbel. Auf diese Weise wird registriert, wie viele Jungtiere die Brutpaare in dieser Saison aufgezogen haben. Die offizielle Bilanz stellen Umweltbehörde, Nabu und Jürgen Pelch Mitte/Ende Juli vor. Wenig später fliegen die ersten Störche bereits Richtung Süden. © dpa-infocom, dpa:260604-930-170689/1