Klima: Blitzdürren bedrohen Berlins Grün - Forscher wollen helfen

Datum04.06.2026 05:15

Quellewww.zeit.de

TLDRBlitzdürren bedrohen Berlins Grünflächen aufgrund von schnellem Wasserverlust durch hohe Verdunstung, begünstigt durch Sommerhitze und städtische Hitzeinseln. Ein neues Forschungsprojekt der TU Berlin untersucht diese plötzlich auftretenden Dürreperioden und deren Einfluss auf Pflanzen. Ziel ist die Entwicklung von Strategien zur Schadensvermeidung, da sich die Erderwärmung bereits spürbar auswirkt und dieser Trend anhalten wird.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Klima“. Lesen Sie jetzt „Blitzdürren bedrohen Berlins Grün - Forscher wollen helfen“. Berliner kennen diesen Anblick: Innerhalb von Tagen bis Wochen werden die Wiesen der Hauptstadt trocken und braun, an Büschen und Bäumen hängen die Blätter schlaff herab. Wissenschaftler nennen das Blitzdürren. Welche Folgen das für Parks, Grünflächen und Straßenbäume hat und wie sich Schäden vermeiden lassen – das untersucht nun ein neues Forschungsprojekt am Fachgebiet Ökohydrologie der Technischen Universität Berlin. Im Gegensatz zu klassischen Dürren, die sich über Monate oder Jahre entwickeln, entstehen Blitzdürren laut einer Mitteilung der Uni innerhalb weniger Tage bis Wochen. Auslöser ist ein hoher Verdunstungs-Sog, begünstigt durch typische Sommerbedingungen wie wolkenlosen Himmel, geringe Luftfeuchtigkeit und leichten Wind. Hitzewellen und der Hitzeinsel-Effekt in dicht bebauten Städten verstärken diese Prozesse zusätzlich, wie es heißt. Im aktuellen Klimarisikobericht des Berliner Senats heißt es, die Erderwärmung wirke sich in der Metropole bereits heute durch eine höhere Wärmebelastung, mehr Starkregen und längere Trockenperioden im Sommer aus. Und: Diese Tendenz werde sich auch in Zukunft fortsetzen. Zum Hintergrund: Europa ist der Kontinent, der sich am stärksten erwärmt. Deutschland hat sich laut Deutschem Wetterdienst seit Beginn der Messungen im Jahr 1881 schon um 2,5 Grad aufgeheizt. Das im April angelaufene TU-Forschungsprojekt "SafeWaterVeg" wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und ist mit 415.000 EUR finanziert. Dazu gehört ein umfassendes Monitoring: Doktorandin Antonia Geibel untersucht an 28 Standorten den Wasserstress und dessen Auswirkungen auf die Vegetation. Darunter sind vier Grasflächen rund und um den Campus Charlottenburg sowie 24 Park- und Straßenbaumstandorte im gesamten Stadtgebiet. © dpa-infocom, dpa:260604-930-170671/1