Krieg in Nahost: Israel und Libanon einigen sich darauf, Waffenruhe umzusetzen

Datum04.06.2026 02:36

Quellewww.spiegel.de

TLDRIsrael und Libanon haben in Washington eine Umsetzung einer Waffenruhe vereinbart, die jedoch von einer vollständigen Einstellung der Hisbollah-Angriffe abhängt. Die Errichtung von Pilotzonen unter libanesischer Kontrolle ist geplant. Die Hisbollah, die nicht an den Gesprächen teilnahm, lehnt die Waffenruhe ab. Seit März gibt es wechselseitige Angriffe, die zu Opfern führen und die Verhandlungen zwischen den USA und Iran gefährden.

InhaltLibanesische und israelische Vertreter haben in Washington die "Umsetzung einer Waffenruhe" vereinbart – vorausgesetzt, die Hisbollah stoppt ihre Angriffe auf Israel. Vertreter der proiranischen Miliz waren bei den Gesprächen nicht dabei. Israel und der Libanon haben sich nach Angaben des US-Außenministeriums auf einen Weg zur Umsetzung der bisher faktisch kaum wirksamen Waffenruhe geeinigt. Es sollten dabei sogenannte Pilotzonen unter "exklusiver Kontrolle" der libanesischen Armee geschaffen werden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung . Zudem sollten in der Woche vom 22. Juni weitere direkte Gespräche geführt werden, um ein umfassendes Abkommen zu erzielen und weitere ‌offene Fragen zu klären. Beide Seiten schränkten in ihrer Erklärung zugleich ein, dass die Umsetzung einer Waffenruhe "von einer vollständigen Einstellung der Angriffe der Hisbollah" auf Israel abhänge. Zudem müsse sich die Miliz aus dem Gebiet südlich des Litani-Flusses zurückziehen, also aus dem Gebiet nahe der Grenze zu Israel. Eigentlich gilt im Libanon bereits seit Mitte April eine Feuerpause. Israel und die von Teheran unterstützte libanesische Hisbollah-Miliz greifen sich dennoch weiter an. Dabei sterben vor allem im Libanon immer wieder Menschen (mehr dazu, wie Israel den Südlibanon verwüstet, erfahren Sie hier ). Die libanesische Regierung ist selbst keine Kriegspartei – und hat auch nur begrenzt Einfluss auf die Hisbollah. Die Hisbollah lehnt die Waffenruhe ebenso ab wie die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon in Washington. Vertreter Israels und des Libanon verhandeln dort seit Wochen über Bedingungen für eine Entschärfung des Konflikts. Hisbollah-Vertreter nehmen an diesen Gesprächen nicht teil. Der Libanon war Anfang März in den Irankrieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Khamenei feuert die Hisbollah seither immer wieder Raketen auf Israel ab. Israel fliegt seinerseits Luftangriffe auf zahlreiche Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze (mehr dazu hier ). Der eskalierende Konflikt wird zunehmend zur Gefahr für die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran. Iran hatte zuletzt damit gedroht, die Gespräche mit den USA über ein Kriegsende abzubrechen. Das Regime will einem Friedensabkommen nur zustimmen, wenn eine Waffenruhe ​auch den Libanon ⁠umfasse (mehr dazu hier). Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran stecken fest: Das Regime in Teheran wähnt sich in der besseren Position. Doch auch Donald Trump will keine Zugeständnisse machen. Wie es nun weitergehen könnte, erfahren Sie hier .