ARD Deutschlandtrend: Wirtschaft ist größtes Problem

Datum03.06.2026 22:33

Quellewww.spiegel.de

TLDRLaut ARD-"Deutschlandtrend" bereitet die angespannte Wirtschaftslage den Bürgern am meisten Sorgen und löst Migration als größtes Problem ab. Nur noch 13% der Befragten bewerten die Wirtschaft positiv. 27% sehen die wirtschaftliche Lage als wichtigste politische Aufgabe, gefolgt von Zuwanderung (21%) und sozialer Ungleichheit (18%). Die meisten erwarten keine Verbesserung ihrer persönlichen wirtschaftlichen Situation in den nächsten zwölf Monaten. Boris Pistorius bleibt der beliebteste Minister.

InhaltLange Zeit war Migration laut ARD-"Deutschlandtrend" das größte Problem im Land. Nun bereitet ein anderes Thema den Bürgern mehr Sorgen: die wirtschaftliche Lage. Die Lage der deutschen Wirtschaft wird von den Bürgerinnen und Bürgern immer schlechter eingeschätzt – und löst damit für die Befragten des ARD-"Deutschlandtrend" Migration als das zentrale Problem im Land ab. Nur noch 13 Prozent bewerten die wirtschaftliche Lage in Deutschland positiv, 7 Prozentpunkte weniger als im Januar und so wenig wie zuletzt während der Eurokrise Ende der Nullerjahre, wie die jüngste Befragung von Infratest dimap für den ARD-"Deutschlandtrend" ergab. Die deutliche Mehrheit (85 Prozent) bewertet die gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Deutschland als weniger gut oder schlecht. 27 Prozent nennen den Angaben zufolge die wirtschaftliche Lage als wichtigste Aufgabe für die Politik. Dahinter folgt der Themenbereich Zuwanderung und Flucht (21 Prozent), auf Platz drei wird soziale Ungerechtigkeit, Armut/Bürgergeld (18 Prozent) genannt. Als weitere wichtige Probleme gelten demnach Rente beziehungsweise Alterssicherung (12 Prozent), der Bereich Bildung (11 Prozent) sowie Umwelt- und Klimaschutz (10 Prozent). Gefragt nach der persönlichen wirtschaftlichen Lage in einem Jahr äußern demnach 53 Prozent der Befragten die Vermutung, ihre persönliche Situation werde etwa gleich sein wie heute. Weitere 38 Prozent rechneten mit einer Verschlechterung in den kommenden zwölf Monaten, in Ostdeutschland sei es fast jeder Zweite. Nur sechs Prozent der Bundesbürger glauben den Angaben zufolge an eine Verbesserung ihrer Situation im kommenden Jahr. Aus dem Bundeskabinett wurde weiterhin Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am besten bewertet: Aktuell waren 54 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden – zwei Punkte weniger als im Mai. Mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) waren unverändert nur 16 Prozent zufrieden; 82 Prozent waren mit ihm unzufrieden. Bei Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) lag der Zufriedenheitswert unverändert bei 21 Prozent. Mit Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) waren weiterhin 18 Prozent zufrieden. Mit der Arbeit des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) zeigten sich 31 Prozent zufrieden. Für die Erhebung hatte das Institut Infratest dimap am 1. und 2. Juni 1326 Wahlberechtigte befragt. Die Fehlermarge liegt bei plus/minus zwei bis drei Prozentpunkte.