Invasive Arten: Backhaus gegen Abschussprämie für Waschbären

Datum03.06.2026 21:29

Quellewww.zeit.de

TLDRUmweltminister Till Backhaus lehnt eine Abschussprämie für Waschbären in Mecklenburg-Vorpommern ab. Steigende Jagdzahlen und der Einsatz neuer Technik lassen die Streckenzahlen ohnehin steigen. Medienberichten zufolge würde eine Prämie das Land jährlich etwa 750.000 Euro kosten, was in der angespannten Haushaltslage nicht darstellbar sei. Backhaus argumentiert, dass Waschbären keinen vergleichbaren wirtschaftlichen Schaden wie Wildschweine verursachen und das Geld anderswo sinnvoller eingesetzt werden könne. Die invasive Art breitet sich flächendeckend aus und bedroht heimische Arten wie Sumpfschildkröten, Amphibien und Vögel.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Invasive Arten“. Lesen Sie jetzt „Backhaus gegen Abschussprämie für Waschbären“. Umweltminister Till Backhaus hat eine Abschussprämie für Waschbären in Mecklenburg-Vorpommern abgelehnt. Einen entsprechenden Vorschlag aus der Landtagsdebatte wies der SPD-Politiker laut einer Mitteilung zurück. Die Jägerinnen und Jäger kämen ihrer Pflicht zur Bejagung auch ohne eine solche Prämie nach - das belegten die steigenden Streckenzahlen. Im Jagdjahr 2022/23 wurden den Angaben zufolge 18.287 Waschbären erlegt, im Jagdjahr 2023/24 dann 21.939. Für das laufende Jagdjahr erwartet Backhaus eine weitere Steigerung, da der Einsatz von Nachtsichttechnik mit der Novelle des Jagdgesetzes erlaubt wurde. Auch für Fallen und Fallenmelder seien mehr Mittel aus der Jagdabgabe beantragt worden. Eine gestaffelte "Waschbärluntenprämie" würde das Land nach Angaben des Ministers pro Jahr rund 750.000 Euro kosten. In der angespannten Haushaltslage sei das nicht darstellbar. Anders als bei der "Pürzelprämie" für Wildschweine, mit der von 2017 bis 2022 wegen der Afrikanischen Schweinepest rund 11,2 Millionen Euro gezahlt wurden, richteten Waschbären keinen vergleichbaren wirtschaftlichen Schaden an. "Dieses Geld kann an anderer Stelle vernünftiger ausgegeben werden", sagte Backhaus. Der ursprünglich aus Nordamerika stammende Waschbär hat sich rasch ausgebreitet und lebt inzwischen nahezu flächendeckend in Mecklenburg-Vorpommern. Ihre Ausbreitung wirkt sich nach Angaben des Umweltministeriums negativ auf die heimische Artenvielfalt aus. So geraten etwa Sumpfschildkröten, die nur noch in wenigen Schutzgebieten vorkommen, unter massiven Druck. Ähnliches gilt für andere Amphibien und manche Vogelarten. Belege dafür, dass durch Waschbären bereits Tiere oder Pflanzen ausgestorben sind, liegen demnach nicht vor. © dpa-infocom, dpa:260603-930-170042/1