1860 München muss schon wieder in der Regionalliga neu beginnen

Datum03.06.2026 19:21

Quellewww.spiegel.de

TLDR1860 München muss aufgrund einer nicht erfüllten Finanzierungszusage von Investor Ismaik erneut in die Regionalliga absteigen. Dem Club fehlt die Lizenz für die 3. Liga. Dies ist ein schmerzhaftes Déjà-vu, da Investor Ismaik bereits 2017 die für eine Lizenz notwendige Zahlung verweigert hatte. Der langwierige Streit zwischen Ismaik und dem Stammverein über die Ausrichtung des Clubs und die 50+1-Regel birgt weitreichende Folgen für den Amateurfußball.

InhaltEs ist ein schmerzhaftes Déjà-vu für 1860 München. Investor Ismaik hat eine Finanzierungszusage nicht eingehalten, der Club stürzt schon wieder in die vierte Liga ab. Dies könnte Folgen bis in den Amateurfußball haben. Sportlich qualifiziert, finanziell abgestürzt: Der Fußballtraditionsklub 1860 München muss in die Regionalliga absteigen. Wie der Club mitteilt, bekommt er keine Lizenz für die 3. Liga. Ein Liquiditätsnachweis an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) sei nicht fristgerecht erbracht worden. In einer Stellungnahme des Clubs heißt es : "Ursächlich dafür ist eine nicht erfüllte Finanzierungszusage unseres Gesellschafters Hasan Ismaik und der mit ihm verbundenen Unternehmen." Hintergrund ist ein seit Jahren schwelender Streit zwischen dem umstrittenen Investor und dem Mutterverein. Ismaik hatte notwendige Darlehensverträge zurückgezogen und den Mutterverein mit einem Forderungskatalog unter Druck gesetzt. Ismaik hatte sich zuletzt in Münchner Medien noch optimistisch gezeigt, den Gang in die Viertklassigkeit abwenden zu können. Am Mittwochabend aber sprach der Jordanier dann von einem traurigen Tag. Berichten zufolge sollen 2,7 Millionen Euro gefehlt haben. Für die Münchner ist es ein qualvolles Déjà-vu . Schon im Jahr 2017 hatte Ismaik nach dem Zweitligaabstieg die für eine Lizenz in der 3. Liga nötige Zahlung von rund 10 Millionen Euro verweigert. 1860 musste daraufhin in der Regionalliga neu beginnen und schaffte unter Trainer Daniel Bierofka den Aufstieg. Seither schien sich der Club zu stabilisieren. Mit einer Mannschaft um die ehemaligen Bundesligastürmer Florian Niederlechner und Kevin Volland, die in der Jugend für Sechzig gespielt hatten, schnupperten die Giesinger zwischenzeitlich sogar an einem Aufstieg . Der Streit zwischen Ismaik und dem Stammverein füllt seit der Clubübernahme im Jahr 2011 die Zeitungen. Ismaik wettert seither gegen die 50+1-Regel. Demnach muss der Stammverein mindestens 50 Prozent plus eine Stimme der Anteile an einer Kapitalgesellschaft halten, in der viele Clubs ihre Profimannschaften ausgegliedert haben. Vereinfacht gesagt, sorgt diese Regelung dafür, dass weiter die Vereine über die Ausrichtung von Proficlubs entscheiden statt zahlungskräftiger Geldgeber. Der Zwangsabstieg könnte weitreichende Folgen bis in den Amateurfußball haben. Der sportlich abgestiegene TSV Havelse steht als erster Absteiger aus der 3. Liga plötzlich vor dem Klassenerhalt, daraus ergeben sich in den unteren Ligen andere Aufstiegs- und Abstiegskonstellationen. Die Havelser hatten jedoch zuletzt offen gelassen, ob sie den hohen Aufwand in der bundesweiten Drittklassigkeit ein weiteres Jahr gehen wollen. Wenn nicht, könnte Erzgebirge Aue plötzlich Nutznießer sein.