Michelle Obama: Arbeit nervt? Durchhalten, rät die Ex-First Lady der Gen Z

Datum03.06.2026 18:41

Quellewww.spiegel.de

TLDRMichelle Obama rät der Gen Z, auch frustrierende Jobs auszuhalten, um Resilienz aufzubauen und sich auf Führungsaufgaben vorzubereiten. Sie betont, dass sofortige Zufriedenheit persönliches Wachstum behindere. Diese Haltung, geprägt von ihrer eigenen ambitionierten Karriere, steht im Kontrast zu einigen Ansichten über die Arbeitsmoral der Gen Z, die karriereabhängig ist und Führungspositionen nur unter bestimmten Bedingungen anstrebt.

InhaltMichelle Obama findet, junge Menschen sollten auch frustrierende Jobs aushalten – das bereite auf Führungsaufgaben vor. Immerhin war sie einst selbst offenbar eine selbstbewusste und ehrgeizige Jobanfängerin. Sie sind jung, von Ihrer Arbeit gelangweilt und Ihr Chef oder Ihre Chefin nervt? Da müssen Sie durch, wenn Sie selbst mal führen wollen, sagt Michelle Obama, 62, Harvard-Absolventin und frühere First Lady. Ihre Karrieretipps für die Gen Z brachte die selbstständige Unternehmerin Obama mit zum South-by-Southwest-Festival nach London. Wer erwarte, in seiner Karriere umgehend Zufriedenheit zu finden, verhindere "persönliches Wachstum", sagte Obama bei einer Liveaufzeichnung ihres Podcasts "IMO with Michelle Obama and Craig Robinson", über den die "Times" berichtet . Auszuhalten, was nervt, mache widerstandsfähiger. Die Arbeitsmoral junger Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden und somit zur Generation Z gehören, wurde in den vergangenen Jahren vielfach diskutiert. Anders als viele Generationen zuvor streben sie nicht automatisch die Karriereleiter hinauf: Viele von ihnen hätten gar keine Lust auf eine Führungsposition , sagt Forscherin Heike Bruch dem SPIEGEL. Zumindest nicht unter "Bedingungen, die sinnentleert sind oder krank machen". Michelle Obama ermutigt die jungen Menschen, trotz allem durchzuhalten. "Wenn man dir die Gehaltserhöhung nicht gewährt, obwohl du glaubst, sie verdient zu haben, stärkt das deinen Charakter", sagt Obama. Das bereite vor, später selbst Führungskraft zu sein. Obama selbst begann nach ihrem Harvard-Abschluss in der Kanzlei Sidley & Austin, wo sie auch ihren späteren Ehemann Barack Obama kennenlernte. Später arbeitete sie für die Stadt Chicago, wechselte an die Universität – und wurde 2009 First Lady. In ihrem Leben nach dem Weißen Haus tritt Michelle Obama als erfolgreiche Medienunternehmerin auf: Sie produzierte Dokumentationen, veröffentlichte ihre Biografie "Becoming" und das Buch "The Look" über ihren Stil. In ihrem Podcast spricht sie mit ihrem älteren Bruder Craig Robinson. Anders als möglicherweise manch anderer, der sich zur Arbeitsmoral der Generation Z geäußert hat, weiß Michelle Obama, wovon sie spricht: Sie sei als junge Juristin bei Jobanfängerin bei Sidley & Austin sehr ambitioniert gewesen, heißt es in einem Artikel der "Washington Post" von 2008  – und habe sich nicht gescheut, deutlich zu sagen, wenn sie nicht das bekommen habe, was ihr ihrer Meinung nach zugestanden habe.