Datum03.06.2026 18:39
Quellewww.spiegel.de
TLDRIsraels Ministerpräsident Netanyahu erklärt, der Konflikt mit Iran sei noch nicht vorbei, auch wenn Teheran geschwächt sei. Dies steht im Kontrast zu Trumps Wunsch nach Verhandlungen. Trotz des jüngsten, öffentlich bestätigten Streits beider Staatsmänner wegen möglicher israelischer Angriffe im Libanon, stimmt Netanyahu in wesentlichen Punkten mit Trump überein. Die Entscheidungen bezüglich Gaza und Hamas werden gemeinsam mit dem vom US-Präsidenten eingerichteten Friedensrat getroffen.
InhaltWährend US-Präsident Donald Trump über Verhandlungen mit Teheran spricht, sendet Israel ein gegensätzliches Zeichen: "Es ist in Iran noch nicht vorbei." Und: Trump bestätigt Bericht über wütendes Telefonat. Nicht nur Donald Trump, auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat sich zur aktuellen Lage in Iran geäußert: Ihm zufolge sei der Krieg noch nicht ausgestanden – "es ist in Iran noch nicht vorbei, sie sind jedoch geschwächt", sagte Netanyahu in einem Interview des US-Senders CNBC. Trump dagegen klang versöhnlicher, als er in einem Podcast-Interview behauptete, Teheran sei bereit, auf Atomwaffen zu verzichten. Auch hatte der US-Präsident Verhandlungen betont – Trump strebt ein Ende des Irankrieges an. (Lesen Sie hier mehr dazu.) Dennoch gab Netanyahu an, mit dem US-Präsidenten in den wesentlichen Punkten übereinzustimmen. Gelegentliche taktische Meinungsverschiedenheiten würden ausgeräumt, so Netanyahu. Anfang der Woche war bekannt geworden, dass die beiden Staatsmänner einen heftigen Streit hatten: In einem Telefongespräch beschimpfte Trump Netanyahu mit Kraftausdrücken. "You’re fucking crazy" (etwa: "Du bist doch total verrückt"), sagte er zum israelischen Ministerpräsidenten. Zuerst hatte das US-Nachrichtenportal "Axios" über den Ausfall des US-Präsidenten berichtet. Trump bestätigte nun den Bericht im Gespräch mit der "New York Post". (Lesen Sie hier die ganze Meldung.) Auslöser für Trumps Wutausbruch sollen Drohungen Israels gewesen sein, angesichts einer Eskalation im Konflikt mit der Hisbollah-Miliz wieder Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut anzugreifen. Netanyahu betonte nun, dort hielten sich viele derjenigen auf, die Israel angriffen. Nach libanesischen Behördenangaben sind zuletzt mindestens acht Menschen bei israelischen Angriffen getötet worden. Mit Blick auf Gaza sagte Netanyahu, die Entscheidungen über das weitere Vorgehen gegen die Hamas im Gazastreifen und eine mögliche Entwaffnung der Extremistengruppe würden gemeinsam mit dem Friedensrat getroffen. Beschlüsse über die Art und den Zeitpunkt von Maßnahmen würden mit dem Gremium ("Board of Peace") abgestimmt. US-Präsident Donald Trump hatte den Rat im vergangenen Jahr zur Überwachung eines schrittweisen Waffenstillstands eingerichtet.