Datum03.06.2026 16:32
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Mai und Juni sind Rehkitze im hohen Gras besonders durch Mäharbeiten gefährdet, da sie bei Gefahr instinktiv liegen bleiben. Elf Kitze starben kürzlich bei Lichtenau, was zu Ermittlungen führte. Zum Schutz wird empfohlen, Felder vor dem Mähen mit Wärmebild-Drohnen abzusuchen oder eine spätere Mahd anzusetzen. Vergrämungsmaßnahmen sind ebenfalls möglich. Laien sollten nie eigenmächtig handeln, sondern immer mit Rehkitzretter-Gruppen oder Förstern zusammenarbeiten und dabei Handschuhe verwenden.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wildtierrettung“. Lesen Sie jetzt „Wie man Rehkitze bei der Mahd schützen kann“. Bei Mäharbeiten ist momentan Vorsicht geboten - junge Rehkitze könnten sich im hohen Gras verstecken. Die Tiere seien im Mai und Juni besonders gefährdet, erklärte Jenifer Calvi, Sprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. In den ersten zwei bis drei Wochen nach der Geburt würden die Rehkitze bei Gefahr instinktiv liegen bleiben und sich ins Gras ducken. Gerade bei Mäharbeiten könnten die Tiere so schwer verletzt oder getötet werden. Deshalb sei es wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um die Tiere zu schützen. Erst am Pfingstmontag waren bei Mäharbeiten in der Gemeinde Lichtenau im Landkreis Mittelsachsen elf Rehkitze gestorben. Wie die Polizei mitteilte, entdeckten Anwohner die toten Tiere und informierten daraufhin die Polizei. Gegen die verantwortliche Firma werde nun unter anderem wegen Verdachts gegen das Tierschutzgesetz ermittelt, hieß es. Um die Tiere zu schützen, sind laut Jenifer Calvi vor allem die Landwirte gefragt. Am sichersten sei es, die Felder kurz vor dem Mähen mit Hilfe einer Wärmebild-Drohne und Suchtrupps abzusuchen. Unterstützung könnten die Landwirte dabei von einer Rehkitzretter-Gruppe erhalten. Diese ehrenamtlichen Gruppen gebe es in ganz Deutschland. Um Kontakt aufzunehmen, könnte den Angaben zufolge der lokale Förster gefragt werden. Auch eine spätere Mahd, etwa Mitte Juni, könne die Tiere schützen, da eventuell übersehene Kitze dann meistens bereits alt genug seien, um vor den Mähdreschern wegzulaufen, hieß es. Laut Calvi von der Deutschen Wildtier Stiftung sind auch Vergrämungsmaßnahmen eine Möglichkeit, um die Rehkitze zu schützen, etwa durch blinkende Lichter, flatterndes Absperrband oder piepende Töne. Laien sollten laut der Sprecherin aber nie auf eigene Faust losziehen, um Rehkitze zu retten, sondern immer mit einer Rehkitzretter-Gruppe oder einem Förster zusammenarbeiten. Rehkitze dürfen den Angaben zufolge nicht mit der bloßen Hand angefasst werden, da die Mütter ihre Jungen dann möglicherweise ablehnen. Bei der Rehkitzrettung werden daher Handschuhe und Grasbüschel eingesetzt, um die Tiere von den Feldern zu tragen. © dpa-infocom, dpa:260603-930-168845/1