Datum03.06.2026 16:23
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas tschechische Oberste Gericht hat die Übergabe von Mondstaub an die Akademie der Wissenschaften angeordnet. Der Staub war jahrzehntelang im Besitz der Familie einer verstorbenen Wissenschaftlerin, die ihn angeblich verkaufen wollte. Die Richter entschieden, dass die Proben, die von sowjetischen Mond-Sonden stammten, Eigentum der Akademie sind, da die Wissenschaftlerin sie als deren Vertreterin erhalten hatte.
InhaltNiederlage vor dem Obersten Gericht: Die Familie einer Wissenschaftlerin in Tschechien muss privat aufbewahrten Mondstaub an die Akademie der Wissenschaften in Prag aushändigen. Bei der Familie einer Wissenschaftlerin lagerte jahrzehntelang Mondstaub. Nun muss sie den Staub an die Akademie der Wissenschaften in Prag übergeben, die auf Herausgabe geklagt hatte und nun vom Obersten Gericht recht bekommen hat. Dass der Mondstaub überhaupt bei der Familie war, fiel auf, weil diese eine Exportgenehmigung als Kulturgut für das Material beantragt hat, womöglich, um es im Ausland an Sammler zu verkaufen. Sowjetische Mond-Sonden des Luna-Programms hatten das Material in den Siebzigerjahren gesammelt. Wie aus dem Urteil hervorgeht, handelt es sich um rund ein Gramm an Mondgesteinsfragmenten sowie ein Gramm Mondstaub, der in 16 Ampullen und Probenbehältern aufbewahrt ist. Die Tochter der Wissenschaftlerin hatte argumentiert, niemand in der Akademie habe das Material in mehr als 30 Jahren vermisst. Die Richter stellten allerdings fest, dass die Wissenschaftlerin die Mondproben auf einer Forschungsreise in die Sowjetunion als Vertreterin der Akademie der Wissenschaften entgegengenommen hatte – und nicht als Privatperson. Dazu wurden Zeugen befragt und Dokumente wie Reiseberichte aus der damaligen Zeit gesichtet. Der Forscherin müsse angesichts ihrer Stellung klar gewesen sein, dass die Proben "in keinem Fall in ihren Besitz" gekommen sind, hieß es. Mondstaub und Mondgestein, die zur Erde gebracht wurden, befinden sich fast ausnahmslos in staatlichem Eigentum. Vor knapp neun Jahren wurde einmal ein Beutel mit einem Rest Mondstaub in New York für umgerechnet etwa 1,6 Millionen Euro versteigert. Mit dem Täschchen hatte der 2012 gestorbene Astronaut Neil Armstrong im Jahr 1969 Steinproben vom Mond zurückgebracht. Im Mai hat die Nasa aktualisierte Pläne für das US-Mondprogramm vorgestellt. Schon 2028 könnten demnach Drohnen dort ein Territorium abstecken. Was geplant ist und wie realistisch die Vorhaben sind, lesen Sie hier .