Datum03.06.2026 13:22
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Zentralrat der Juden fordert eine rechtliche Prüfung des antisemitischen Vorfalls in einem bayerischen Hotel. Das Hotel antwortete auf eine Anfrage aus Israel mit der Aussage "keine Juden erlaubt". Das Hotel entschuldigte sich und begründete die Antwort mit gefälschten Buchungsversuchen. Der Zentralrat bezeichnete die Äußerung als nicht rechtfertigbar und fordert die Überprüfung auf strafrechtliche Konsequenzen, auch wenn eine Entschuldigung des Hotels erfolgte.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gastgewerbe“. Lesen Sie jetzt „Zentralrat: Antisemitismus-Vorfall in Hotel rechtlich prüfen“. Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert nach der antisemitischen Äußerung eines bayerischen Hotels gegenüber einem Gast aus Israel eine juristische Untersuchung. "Die menschenverachtende Aussage "keine Juden erlaubt" lässt sich unabhängig vom Versuch ihrer Kontextualisierung keinesfalls rechtfertigen", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster der dpa. "Meine Erwartung ist, dass dieser Vorfall auf seine strafrechtlichen Konsequenzen überprüft wird." Schuster bezog sich auf die Antwort, die das "Hotel zum Hirschen" in Lam in der Oberpfalz auf eine Buchungsanfrage aus Israel geschickt hatte. Laut einem Post der israelischen Generalkonsulin für Süddeutschland, Talya Lador-Fresher, auf der Plattform X hieß es darin auf Englisch: "Entschuldigung, in unserem Hotel sind keine Juden erlaubt." Das Hotel hat sich inzwischen per E-Mail bei dem Gast entschuldigt und lud diesen zu einem kostenlosen Urlaub ein. Es begründete seine Antwort damit, dass es seit längerer Zeit mit gefälschten Buchungen und Phishing-Versuchen über eine große Buchungsplattform konfrontiert sei, bei denen Nutzerdaten gestohlen worden sein sollen. Auch bei der Anfrage aus Israel habe man fälschlicherweise angenommen, dass es sich um einen Fake handele. "Das ist überhaupt nicht unser Weltbild", sagte Juniorchef Andreas Vogl auf Anfrage. Schuster kritisiert das Hotel dennoch scharf: "Auch wenn ich die Entschuldigung für diese inakzeptable Äußerung zur Kenntnis genommen habe, bleibt es schockierend, dass jemand diesen Gedankengang nicht nur haben, sondern auch verschriftlichen und verschicken würde." © dpa-infocom, dpa:260603-930-167347/1