Jeder dritte Erwachsene hat Probleme mit dem Durchschlafen

Datum03.06.2026 13:09

Quellewww.spiegel.de

TLDREine RKI-Studie zeigt, dass fast jeder Dritte Erwachsene Schlafstörungen hat, besonders Menschen mit niedriger Bildung. Die Fälle nehmen zu. Mögliche Ursachen sind vermehrte Mediennutzung und aktuelle Krisen. Langanhaltende Schlafprobleme, die die Lebensqualität beeinträchtigen, sollten ärztlich abgeklärt werden, da sie ein Risikofaktor für andere Erkrankungen sein können.

InhaltNicht einschlafen können, immer wieder aufwachen: Insbesondere Menschen mit formal niedriger Bildung haben einer Studie zufolge Schlafstörungen. Das Robert Koch-Institut vermutet unter anderem die vermehrte Mediennutzung als Ursache. Etwa jeder Sechste kann nicht einfach einschlafen, fast jeder Dritte hat Probleme beim Durchschlafen: Das zeigt eine Untersuchung des Robert Koch-Instituts (RKI). Etwa jeder achte Erwachsene ist demnach sowohl von Ein- als auch von Durchschlafstörungen betroffen. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt "Journal of Health Monitoring " veröffentlicht. Für die Studie wertete das RKI Daten von über 27.000 Menschen ab einem Alter von 18 Jahren aus. Im Jahr 2024 berichteten demnach 20 Prozent der Frauen von Einschlafstörungen, 36 Prozent von Durchschlafstörungen, bei den Männern waren es entsprechend 13 Prozent und 27 Prozent. Menschen mit formal niedriger Bildung waren dem RKI zufolge insgesamt häufiger von Ein- und Durchschlafstörungen betroffen als Menschen mit formal höherer Bildung. Ein niedriges Bildungsniveau gehe oft mit erhöhtem Stress, einer größeren Wahrscheinlichkeit für körperliche oder psychische Erkrankungen und eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten zur Gesundheitsversorgung einher, "was wiederum ein höheres Risiko für Schlafprobleme darstellt", heißt es in der Studie. Dem RKI zufolge steigt die Zahl der Betroffenen insgesamt. In einer Studie, die den Zeitraum von 2008 bis 2011 abdeckte, hatten 30,3 Prozent der Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren Ein- oder Durchschlafstörungen oder beides. Im aktuellen Untersuchungszeitraum von 2024 betreffe das 35,5 Prozent. Die Zunahme könnte den Forschenden zufolge unter anderem mit einer vermehrten Mediennutzung, aber auch mit den aktuellen, sich überlappenden Krisen zusammenhängen. "Beispielsweise als Folge der Covid-19 Pandemie, des Klimawandels oder drohender militärischer Konflikte", heißt es in der Studie. Wenn Probleme beim Ein- oder Durchschlafen über längere Zeit bestehen bleiben, schreiben die Autoren, und die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität im Alltag deutlich beeinträchtigen, sollten Betroffene die Beschwerden ärztlich abklären lassen. Insomnien können ein Risikofaktor für weitere Erkrankungen sein, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen.