Nach Anklage: Frauen gesucht, um Töchter zu missbrauchen? Mann vor Gericht

Datum03.06.2026 12:05

Quellewww.zeit.de

TLDREin 55-Jähriger muss sich in Nürnberg wegen jahrelangen sexuellen Missbrauchs an sechs Mädchen verantworten. Er soll gezielt alleinerziehende, asiatisch-stämmige Mütter mit Töchtern unter 14 Jahren kontaktiert haben, um diese in Abwesenheit der Mütter zu missbrauchen. Zudem wird ihm der Besitz von tausenden Dateien mit sexuellem Kindesmissbrauch vorgeworfen. Die Taten erstrecken sich über 17 Jahre. Ein Urteil wird am Freitag erwartet.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nach Anklage“. Lesen Sie jetzt „Frauen gesucht, um Töchter zu missbrauchen? Mann vor Gericht“. Wegen jahrelangen sexuellen Missbrauchs an Töchtern gezielt ausgesuchter Partnerinnen steht ein Mann in Nürnberg vor Gericht. Die Anklageschrift, die darüber hinaus auch Vorwürfe zu Abbildungen sexuellen Kindesmissbrauchs umfasst, sei zu Prozessbeginn verlesen worden, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Nürnberg-Fürth. Weitere Angaben zur Verhandlung konnte sie nicht machen. Der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg zufolge soll der 55-Jährige aus dem Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim gezielt Kontakt zu "alleinerziehenden, vorzugsweise asiatisch-stämmigen Müttern mit Töchtern unter 14 Jahren" gesucht haben, um die Mädchen zu missbrauchen – wenn deren Mütter abwesend waren. Dabei soll er über 17 Jahre seine vaterähnliche Beziehung ausgenutzt haben, um die insgesamt sechs Mädchen sexuell zu missbrauchen sowie Fotos und Videos von den Taten zu machen. Insgesamt soll der 55-Jährige mehrere Tausend Dateien mit Missbrauchsabbildungen besessen haben. Die Kinder – vier von ihnen sind laut Gericht Schwestern – hätten die Taten entweder im Schlaf nicht bemerkt oder als normal empfunden, weil die Übergriffe Teil ihres Alltags gewesen seien, heißt es in der Anklage. Im Zweifel habe der Mann die Mädchen überredet oder ihnen Gewalt angedroht.  Für den Prozess war am Landgericht zunächst nur ein weiterer Verhandlungstermin am Freitag geplant. Dann könnte auch ein Urteil in dem Verfahren fallen. © dpa-infocom, dpa:260603-930-166826/1