Trump-Regierung will Systeme zur Ozeanüberwachung abbauen

Datum03.06.2026 10:13

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie US-Regierung will das 368 Millionen Dollar teure Ozeanüberwachungssystem "Ocean Observatories Initiative" abbauen. Die National Science Foundation (NSF) wird mehr als 900 Sensoren aus dem Atlantik und Pazifik bergen. Dieses System sammelt seit einem Jahrzehnt Daten zu Küstenumgebungen, marinen Ökosystemen und globalen Klimaströmungen. Kritiker sehen darin ein Muster der Trump-Regierung, welches das wissenschaftliche Ansehen der USA beeinträchtigt.

InhaltDie US-Wissenschaftsbehörde NSF wird mehr als 900 Instrumente zur Klimaforschung aus dem Atlantik und Pazifik bergen. Ein früherer Chefwissenschaftler sieht darin ein Muster der Regierung im Umgang mit Forschung. Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen. Es ist ein weiterer Einschnitt für die Wissenschaft in den USA: Die Regierung von Präsident Donald Trump will offenbar ein 368 Millionen Dollar teures Netzwerk von Sensoren abbauen lassen, die Daten im Atlantik und Pazifik sammeln. Das Ozeanüberwachungssystem sei vor einem Jahrzehnt eingerichtet worden; es überwache Küstenumgebungen, marine Ökosysteme und starke Strömungen, die das globale Klima beeinflussen, berichtet die "New York Times" . Der Zeitung zufolge hat die National Science Foundation (NSF) mitgeteilt, sie werde im Juni Schiffe entsenden, um mit der Bergung von mehr als 900 Instrumenten zu beginnen. Die NSF ist eine Bundesbehörde der USA, die unter anderem Grundlagenforschung fördert. NSF-Sprecher Michael England erklärte, die Entscheidung stehe "im Einklang mit der übergeordneten Strategie der NSF, flexibler bei der Priorisierung der Förderung sich wandelnder wissenschaftlicher Schwerpunkte und neuer Technologien vorzugehen". Zu dem als "Ocean Observatories Initiative" bekannten Überwachungssystem zählen Sensoren im Pazifik und im Atlantik. Sie befinden sich vor den Küsten Oregons und den Bundesstaaten Washington, Alaska und North Carolina sowie in einem Gebiet im Nordatlantik zwischen Grönland und Island – der sogenannten Irmingersee. Forschende untersuchen mithilfe dieser Instrumente beispielsweise, wie sich Veränderungen der Ozeantemperatur auf die Fischerei auswirken und ob sich größere Klimaveränderungen ankündigen. Der Schritt zur Demontage sei Teil eines Musters in der Trump-Regierung, sagte laut "New York Times" der Forscher Craig McLean. Er war während Donalds Trumps erster Amtszeit kommissarischer Chefwissenschaftler der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde. "Dies spiegelt das anhaltende Unverständnis der gegenwärtigen Regierung für wissenschaftliche Werte und Leistungen wider", sagte McLean. "Durch die Zerstörung eines solchen Systems drängen wir die Vereinigten Staaten erneut ins Abseits der globalen wissenschaftlichen Führung."