Datum03.06.2026 09:53
Quellewww.spiegel.de
TLDR2025 wurden mit rund 332.500 Einbürgerungen ein Rekordwert erreicht. Dies ist ein Anstieg um 14 % gegenüber dem Vorjahr und primär auf die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts zurückzuführen, welche die Mehrfachstaatsbürgerschaft ermöglicht. Die meisten Einbürgerungen erfolgten über die Regelfall- und Ehegatten/Kinder-Einbürgerung. Syrische Staatsangehörige stellten nach wie vor die größte Gruppe, ihre Zahl sank jedoch. Deutliche Anstiege gab es bei türkischen und russischen Staatsangehörigen. Die „Turbo-Einbürgerung“ spielte kaum noch eine Rolle.
InhaltDie Zahl der Einbürgerungen ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Das liegt primär an einer Reform der Ampelkoalition – die von Innenminister Dobrindt abgeschaffte "Turbo-Einbürgerung" ist es nicht. Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen. Die Zahl der Einbürgerungen hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht: Rund 332.500 Ausländerinnen und Ausländer erhielten die deutsche Staatsangehörigkeit, wie das Statistische Bundesamt mitteilte . Das waren 14 Prozent mehr als 2024 und der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2000. Seitdem wurden nie mehr als 300.000 Menschen pro Jahr eingebürgert. Am häufigsten waren den Angaben zufolge sogenannte Regelfalleinbürgerungen, die eine Mindestaufenthaltsdauer von fünf Jahren in Deutschland voraussetzen, sowie Miteinbürgerungen von Ehepartnern und -partnerinnen sowie von Kindern. Insgesamt verteilten sich 91 Prozent aller Fälle auf diese beiden Einbürgerungsarten. Die meisten Eingebürgerten stammten erneut aus Syrien. Ihre Zahl sank jedoch um 21 Prozent auf 65.600. Dahinter folgten, mit großem Abstand, türkische und russische Staatsangehörige, deren Zahl mit 34.100 beziehungsweise 19.700 jeweils um 51 Prozent stieg. Der deutliche Anstieg bei türkischen und russischen Staatsangehörigen ist den Angaben zufolge maßgeblich auf die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts zurückzuführen. Seit dessen Inkrafttreten Ende Juni 2024 ist die mehrfache Staatsangehörigkeit generell möglich, während zuvor die Aufgabe der bisherigen Nationalität in der Regel Voraussetzung war. Besonders stark stieg zudem die Zahl der Einbürgerungen von Menschen aus Bosnien-Herzegowina mit einem Plus von 126 Prozent auf 8800 und aus den USA mit einem Plus von 100 Prozent auf 6600. Kaum eine Rolle spielte die mittlerweile abgeschaffte Turbo-Einbürgerung mit verkürzter Aufenthaltsdauer aufgrund besonderer Integrationsleistungen. Nachdem es im Vorjahr noch 19.100 waren, wurden 2025 nur noch 1500 Menschen mit dieser Ende Oktober ausgelaufenen Möglichkeit eingebürgert, das war weniger als ein Prozent aller Einbürgerungen.