Datum03.06.2026 09:41
Quellewww.spiegel.de
TLDRPhilipp Lahm kritisiert die Bundesliga und die Nationalmannschaft. Er bemängelt fehlende klare Profile bei deutschen Spielern, die alles nur "ganz gut" können, anstatt Positionen perfekt zu beherrschen. Dies führe zu Austauschbarkeit und sei auch in der Nationalmannschaft sichtbar. Lahm wünscht sich mehr Spezialisten und ein stabileres "Gerüst" im Team. Trotzdem traut er dem DFB-Team einiges zu, wenn Trainer Nagelsmann eine feste Achse findet.
InhaltDer frühere DFB-Kapitän Philipp Lahm bemängelt, dass deutsche Profis vieles nur "ganz gut" können, aber keine Position perfekt beherrschen. Diese Entwicklung spiegele sich auch in der Nationalmannschaft wider. Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen. Der frühere DFB-Kapitän Philipp Lahm hat den deutschen Fußball im europäischen Vergleich kritisiert. "Die Bundesliga insgesamt macht mir Sorgen im Vergleich mit anderen europäischen Topligen. Die englische Premier League steht für Wucht und Athletik, die spanische La Liga für anspruchsvollen Ballbesitzfußball – und die Bundesliga? Mir fällt kein passendes Etikett ein", sagte Lahm im Interview mit dem "stern"-Magazin . Man bilde in Deutschland "zu viele ähnliche Spielertypen aus, die alles ganz gut können, aber keine Position perfekt beherrschen. Es fehlen klare Profile", sagte Lahm, der unter anderem als Berater für den Bundesligisten VfB Stuttgart tätig ist. In der Nationalmannschaft muss deshalb auch bei der WM Kapitän Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger spielen. "Ich würde mir wünschen, dass Joshua in der Nationalelf im zentralen Mittelfeld spielt. Bei den Bayern tut er das seit Jahren auf höchstem Niveau", sagte Lahm und weiter: "Aber auch auf rechts sehe ich ihn nicht als Notlösung. Er ist ein Weltklassespieler, auch auf der Außenbahn." Laut Lahm könne man ohnehin "das Fehlen von Spezialisten kompensieren, wenn man ein Gerüst hat mit fünf bis sechs Stammspielern, die miteinander harmonieren. Dieses Gerüst kann ich bislang nicht erkennen. Das hat mit Verletzungen von Spielern zu tun, aber nicht nur. Ein bisschen mehr Konstanz würde der Nationalmannschaft guttun", sagte Lahm. Er wiederholte damit frühere Kritik an Bundestrainer Julian Nagelsmann. Die vielen Wechsel gäben den etablierten Spielern nicht die nötige Sicherheit, sagte Lahm im Dezember 2025. Dennoch traue er dem Team von Julian Nagelsmann "einiges zu, wenn der Bundestrainer es früh im Turnier schafft, eine Achse zu finden", sagte Lahm: "Der Weg kann bis ins Halbfinale oder sogar Finale führen." Er wünsche sich eine ähnliche Stimmung wie beim Heimturnier 2006, als große Euphorie das Land erfasste.