Datum03.06.2026 09:40
Quellewww.spiegel.de
TLDRUkrainische Drohnen haben Ziele in Sankt Petersburg angegriffen, darunter ein Ölterminal, während in der Stadt ein internationales Wirtschaftsforum stattfindet. Gouverneur Beglow bestätigte Schäden und einige Verletzte. Das Forum, das auch deutsche Wirtschaftsvertreter und AfD-Politiker besuchen, wird von diesen Angriffen überschattet und dient Russland zur Präsentation seiner Wirtschaft trotz Sanktionen.
InhaltIn Putins Heimatstadt Sankt Petersburg empfängt der Kremlchef auch deutsche Vertreter zu einem internationalen Wirtschaftsforum. Ukrainische Drohnenangriffe überschatten die glanzvoll inszenierte Konferenz. Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen. Drohnenalarm in Sankt Petersburg: Die Ukraine hat Russland am Morgen des internationalen Wirtschaftsforums (SPIEF) angegriffen. Dabei wurden offenbar ein Ölterminal sowie mehrere Infrastruktureinrichtungen beschädigt, wie der russische Gouverneur der Stadt, Alexander Beglow, einräumte. "Es sind einige Objekte beschädigt worden. Momentan läuft die Beseitigung der Folgen", erklärte Beglow. Er sprach zudem von einigen Verletzten, machte aber keine konkreteren Angaben. Der Alarm überschattet das in der Regel glanzvoll für Gäste aus aller Welt inszenierte Forum, das bis Samstag dauert. Kremlchef Wladimir Putin ist in seiner Heimatstadt selbst Gastgeber. Erwartet werden auch Unternehmer und Wirtschaftsvertreter aus westlichen Staaten, darunter aus Deutschland. Auch Politiker der AfD besuchen das Forum, bei dem Russland zeigt, wie es seine Wirtschaft in Kriegszeiten und ungeachtet der westlichen Sanktionen am Laufen hält. An dem Treffen in Sankt Petersburg nimmt laut "Handelsblatt" der Globus-Gesellschafter Thomas Bruch teil. Die Teilnahme diene "der Pflege wirtschaftlicher Kontakte sowie dem Austausch mit Vertretern aus Wirtschaft und Institutionen", teilte die Holding der Zeitung mit. Aus Deutschland reisen zudem zwei Bundestagsabgeordnete der in Teilen als rechtsextrem AfD nach Sankt Petersburg: Markus Frohnmaier und Steffen Kotré. Ein Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion sagte, es sei sinnvoll, Kontakte mit allen Seiten zu pflegen sowie Gesprächskanäle offenzuhalten. Kritik an der Teilnahme gibt es aus CDU und SPD. "Deutsche Unternehmen, die in Sankt Petersburg einen Kriegsverbrecher hofieren, konterkarieren unsere nationalen Sicherheitsinteressen und beschädigen Deutschlands internationale Glaubwürdigkeit", sagte der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter dem "Handelsblatt". Ein "katastrophales Zeichen" nannte der SPD-Politiker Sebastian Roloff die Teilnahme.