Datum03.06.2026 09:18
Quellewww.zeit.de
TLDRForschende haben in der 5.000 Jahre alten Ötzi-Mumie Hinweise auf lebende Mikroorganismen, insbesondere Hefestämme mit moderner DNA, gefunden. Diese könnten sich entweder aktuell vermehren oder durch das Auftauen während der Untersuchungen aktiviert worden sein. Die Entdeckung wirft Fragen bezüglich des Erhaltungszustands der Mumie auf, da eine Vermehrung das Gewebe gefährden könnte.
InhaltWissenschaftlern haben die Gesamtheit der Mikroorganismen untersucht, die die Ötzi Mumie besiedelten. Dabei fanden sie neben altem Erbgut auch jüngere DNA Spuren. Im Gewebe der Ötzi-Mumie hat ein Forschungsteam Hinweise auf Leben gefunden, obwohl die Gletschermumie mehr als 5.000 Jahre lang in eisiger Kälte lag. Hefestämme mit moderner DNA seien gefunden worden. Sie müssen sich in jüngerer Zeit vermehrt haben, berichten die Forschenden um Mohamed Sarhan vom Bozener Institut für Mumienforschung im Fachjournal "Microbiome". Unklar ist, ob die Bakterien sich über die Jahre weitervermehrten oder durch das Auftauen bei der Untersuchung aktiviert wurden. Das Team hatte das Mikrobiom der Mumie, das heißt die Gesamtheit der ihn besiedelnden Mikroorganismen, untersucht. Unter anderem in Hautproben und Proben des Mageninhalts fanden sie speziell an Kälte angepasste Hefen. Sie stammen vermutlich aus der damaligen Gletscherumgebung. Im Rahmen ihrer Erforschung war die Mumie zwischenzeitlich stundenweise aufgetaut worden, um Proben zu entnehmen. Eine Vermehrung der Hefen könne die Unversehrtheit der Mumie gefährden. Ötzi war 1991 in den Ötztaler Alpen an der österreichisch-italienischen Grenze entdeckt worden. Aufbewahrt wird die gut erhaltene Mumie im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen in einer Kühlkammer bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.