Fußball-Bundesliga: Zingler über Meistertitel der Männer: «Nicht mehr möglich»

Datum03.06.2026 09:15

Quellewww.zeit.de

TLDRPräsident Zingler vom 1. FC Union Berlin sieht für die Männermannschaft keine realistische Chance mehr auf die deutsche Meisterschaft. Er begründet dies mit der ungleichen Verteilung von Geldern, insbesondere aus internationalen Wettbewerben, sowie dem globalen Wettbewerb mit milliardenschweren Kapitalgebern. Im Gegensatz dazu sei eine Spitzenposition im Frauenfußball durch eigene Entscheidungen und unternehmerische Stärke erreichbar, was die Frauenmannschaft bereits demonstriert.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Fußball-Bundesliga“. Lesen Sie jetzt „Zingler über Meistertitel der Männer: "Nicht mehr möglich"“. Präsident Dirk Zingler traut zumindest einer Auswahl des 1. FC Union Berlin den deutschen Meistertitel zu. "Natürlich die Frauen. Ich werde es wohl nicht mehr erleben, am 34. Spieltag mit der Männermannschaft von Union auf Platz eins vor den Bayern zu stehen. Wir haben Entwicklungen im männlichen Profifußball, die kaum noch zu korrigieren sind", sagte der 60-Jährige der "Bild". Zingler prangerte vor allem die Verteilung der Gelder an. "Wenn Einnahmen aus internationalen Wettbewerben dazu führen, dass man mit höchster Wahrscheinlichkeit im folgenden Jahr wieder international spielt, dann können viele Vereine in diese Tabellenregionen nicht mehr vordringen", kritisierte der Union-Boss.  Ihm fehle die Fantasie, wie das korrigiert werden könne. "Es sei denn, die internationalen Erträge werden ausschließlich an Vereine ausgeschüttet, die nicht international spielen. Und zwar europaweit", befand Zingler. Aktuell sei es ein immer stärker werdender weltweiter Wettbewerb von milliardenschweren Kapitalgebern. Die Folge ist laut Zingler, dass sich der Club mit dem meisten Geld die meisten Fehler erlauben kann.  "Ein fehlerhafter Transfer, selbst in Millionenhöhe, wird an bestimmten Standorten in Deutschland nicht zu Aufregung führen. Wir machen 190 Millionen Euro Umsatz, der FC Bayern München eine Milliarde. Was müssten die alles falsch machen, damit wir sie überholen könnten?", fragte der Union-Präsident. Im Frauenfußball spielen die Geldflüsse aus internationalen Geschäften, Vermarktungs- oder TV-Erträgen noch eine kleinere Rolle. "Hier haben die eigenen vereinspolitischen und unternehmerischen Entscheidungen eine viel höhere Relevanz. Eine Vielzahl von richtigen Entscheidungen ermöglicht uns, bei den Frauen ganz vorne mitzuspielen. Bei den Männern ist es für uns nicht mehr möglich, Meister zu werden", stellte Zingler klar. Die Fußballerinnen des 1. FC Union Berlin beendeten ihre Premierensaison in der Bundesliga auf Rang neun. Die Männer landeten auf Platz elf. © dpa-infocom, dpa:260603-930-165822/1