Datum03.06.2026 08:00
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Neukölln, Berlin, wurde nach langjähriger Planung und Verzögerungen der Sri Ganesha Hindu Tempel eröffnet. Der prachtvoll gestaltete Tempel ist Ganesha gewidmet und zählt zu den größten in Europa. Seine Errichtung ab 2005 kostete 1,1 Millionen Euro, finanziert durch Spenden. Der Tempel dient hauptsächlich der indischstämmigen Gemeinde, die zahlenmäßig stark wächst. Berlin besitzt nun einen zweiten Hindu-Tempel.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Hindus in Berlin“. Lesen Sie jetzt „Ganesha-Tempel eröffnet nach Jahren des Wartens in Neukölln“. Der Tempel am Rande der Hasenheide in der Nähe des Hermannplatzes zählt zu den größten in Europa und ist ein Hingucker. Die in Gold gehaltene Dachkonstruktion des 17 Meter hohen Turms ist ein prächtig verziertes Gesamtkunstwerk indischer Meister. Die blaue Fassade weist Ornamente und Götterfiguren auf. Auch im Inneren ist das Gotteshaus prachtvoll gestaltet. Gewidmet ist der Sri Ganesha Hindu Tempel der hinduistischen Gottheit Ganesha, die einen Elefantenkopf hat. Ganesha steht für Energie und Weisheit. Der Tempel hat laut Vilwanathan Krishnamurthy vom Trägerverein eine Fläche von etwa 850 Quadratmetern, das gesamte Grundstück rund 5000 Quadratmeter. Der Tempel in Neukölln ist der zweite für Hindus in Berlin. 2013 eröffnete in Britz der Sri Mayurapathy Murugan Tempel. Dieser ist nach Angaben Krishnamurthys vor allem Anlaufpunkt für Gläubige mit Wurzeln in Sri Lanka, während hinter dem Projekt an der Hasenheide die indischstämmige Gemeinschaft stehe. Wie viele Hindus in Berlin leben, weiß keiner genau. Krishnamurthy schätzt, dass es bis zu 45.000 sind. Ihre Zahl sei zuletzt stark gestiegen vor allem durch Studenten und IT-Fachleute aus Indien. Geplant wurde ab 2005, zwei Jahre später war Spatenstich, gebaut wurde seit 2010. Probleme mit Genehmigungen hatten den Baustart verzögert. Zu Beginn der Planungen hätten nur etwa 5.000 bis 6.000 Hindus in Berlin gelebt, so Krishnamurthy. Deshalb sei es damals auch schwieriger gewesen, Spenden zu sammeln. Die Gesamtkosten bezifferte er auf 1,1 Millionen Euro - finanziert durch Spenden und ehrenamtliches Engagement. Außerdem hätten die indischen Bauarbeiter immer nur in der warmen Jahreszeit arbeiten können, erklärte Krishnamurthy einen weiteren Grund für die lange Dauer. Es waren bereits verschiedene Eröffnungstermine geplant, doch der Bau wurde immer wieder aufgehalten. Das habe unter anderem an der Finanzierung gelegen, die ausschließlich auf Spenden basiere, erläuterte Krishnamurthy. Zuletzt musste der Trägerverein viele Monate auf die Lieferung des Granits für den Fußboden warten. In mehreren deutschen Städten gibt es schon Tempel. Zu den größten Europas zählt auch der Tempel in einem Gewerbegebiet von Hamm-Uentrop im Ruhrgebiet. Für die Stadt ist der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel auch eine Touristenattraktion. © dpa-infocom, dpa:260603-930-165607/1