Datum03.06.2026 07:26
Quellewww.spiegel.de
TLDRJill Biden bedauert, nicht offener über die Drogenabhängigkeit ihres Sohnes Hunter gesprochen zu haben, die nach dem Tod seines Bruders begann. Sie gesteht, dass die Familie das Thema verdrängt habe. Heute ist sie stolz auf Hunters Genesung und hofft, anderen durch ihr Sprechen Hoffnung zu geben. Die Krebsdiagnose ihres Mannes Joe Biden habe ihre Perspektive verändert.
InhaltDie Drogensucht ihres Sohnes Hunter war für die ehemalige First Lady der USA ein schwerer Schlag. "Ich glaube, wir haben es teilweise verdrängt", sagt Jill Biden heute. Seit ihr Mann an Krebs erkrankte, sieht sie vieles anders. Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen. Im Gespräch mit Schauspielerin Whoopi Goldberg hat die ehemalige First Lady der USA, Jill Biden, auf ihre familiären Probleme zurückgeblickt. In dem ausführlichen Interview vom Dienstag bedauerte Biden, dass sie während ihrer Zeit im Weißen Haus die Drogenabhängigkeit ihres Sohnes Hunter nicht öfter thematisiert habe. "Es fällt mir schwer, das zu sagen, aber Hunter war drogenabhängig", sagte sie. "Es tut mir leid, dass ich nicht etwas mehr darüber gesprochen habe." Biden war zu Gast in der Sendung "The View", wo sie ihre Memoiren "View from the East Wing" über ihre Zeit im Weißen Haus bewarb. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Darin schreibt sie, dass Sucht kein Thema gewesen sei, über das sie und ihr Mann, der ehemalige US-Präsident Joe Biden, gesprochen hätten. "Ich glaube, wir haben es teilweise verdrängt", räumte sie nun ein. Sie habe damit gehadert, dass jemand, der eine Familie habe, die ihn liebe, eine gute Ausbildung und eine lukrative Karriere, zu Drogen greifen könne. Hunters Abstieg in die Sucht sei "eine wirklich schwere Zeit für unsere Familie gewesen", fuhr sie fort. Ihr Sohn habe mit dem Alkohol- und Drogenmissbrauch begonnen, nachdem sein Bruder Beau Biden 2015 an einem Hirntumor gestorben war. Inzwischen sei Hunter allerdings seit mehreren Jahren clean, sagte Biden. Die ehemalige First Lady sprach darüber, wie stolz sie auf Hunter sei, der sein Leben umgekrempelt habe, Künstler geworden sei und nun anderen genesenden Süchtigen helfe. "Und ich hoffe, dass es anderen Menschen Hoffnung gibt, wenn ich in Zukunft mehr darüber spreche", betonte sie. "Es ist solch eine schwere, schwere Sache, damit umzugehen." Hunter Biden hatte bereits 2021 in seinen eigenen Memoiren über seine Drogen- und Alkoholabhängigkeit geschrieben. Seine Sucht hatte ihm eine Anklage vor einem Bundesgericht eingebracht, weil er auf Formularen, die er zum Kauf einer Waffe ausfüllen musste, über seinen Drogenkonsum gelogen hatte. Er wurde verurteilt und musste mit einer Gefängnisstrafe rechnen, erhielt allerdings letztlich eine Begnadigung von seinem Vater. Obwohl Joe Biden immer betont hatte, er werde die Befugnisse des Präsidentenamtes nicht nutzen, um seinen Sohn zu verschonen. Doch kurz vor der Amtsübergabe an Trump, änderte er seine Meinung. Trump hatte erklärt, "Vergeltung" an denen üben zu wollen, die er als seine politischen Feinde ansah. Jill Biden erklärte in dem Interview, sie sei nicht mehr wütend darüber, wie die Demokraten ihren Mann unter Druck gesetzt hätten, seine Kandidatur für die Wiederwahl aufzugeben, nachdem er in einer Debatte im Jahr 2024 gegen den Republikaner Donald Trump katastrophal abgeschnitten hatte. Ihr Leben habe sich ohnehin verändert, nachdem bei ihrem Ehemann Prostatakrebs diagnostiziert worden war, der bereits die Knochen befallen hatte. "Nein, ich bin nicht wütend", sagte Biden: "Ich meine, was bringt Wut jetzt noch?" "Ich glaube, Joes Krebsdiagnose rückt das Leben wirklich in die richtige Perspektive, und man weiß jeden einzelnen Tag wirklich zu schätzen. Bei all der Wut, die man empfinde, frage man sich: "Was hat das alles für einen Sinn?" Sie und ihr Mann würden inzwischen "jeden Tag so nehmen, wie er kommt, und die Freuden darin zu finden". Der 83-jährige ehemalige Präsident war zusammen mit vielen anderen Mitgliedern der Familie Biden im Publikum und erhielt mehrmals Standing Ovations von den Zuschauern. "Joe ist heute Abend hier. Ihr seht ihn. Er sieht gut aus wie immer", sagte Jill Biden, die am Mittwoch 75 Jahre alt wird. "Aber wisst ihr, Krebsmedikamente und Krebsbehandlungen haben ihre Folgen, und ich glaube, diese Folgen sind ziemlich hart."