Reiskocher im Test: Reis, gedämpft, nicht gerührt

Datum03.06.2026 06:18

Quellewww.spiegel.de

TLDRZwei Reiskocher von Rommelsbacher und Panasonic wurden von der Stiftung Warentest mit 2,2 bewertet. Sie überzeugten durch die Zubereitung von Reis, Handhabung, Sicherheit und Schadstofffreiheit. Einfache Modelle zeigten teils Verbrennungsgefahr. Gute Geräte kosten 90-100 Euro. Reiskocher eignen sich für Rice-Liebhaber, die Wert auf gleichmäßig gegarten Reis legen.

InhaltManche sondern Aluminium ab, bei anderen droht Verbrennungsgefahr. Doch zwei Reiskocher schneiden bei der Stiftung Warentest besonders gut ab. Eine Test-Expertin erklärt, was gute Modelle auszeichnet. Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. SPIEGEL: Frau Kowitz, braucht man überhaupt einen Reiskocher? Man kann Reis doch auch im Topf kochen. Kowitz: Das haben wir uns natürlich auch gefragt. Es muss ja einen Grund geben, warum die Geräte so beliebt sind. Der entscheidende Vorteil scheint zu sein: Wenn man ohnehin gern kocht und der Herd schon voll ist, übernimmt der Reiskocher die Arbeit wie nebenbei. Man muss nicht aufpassen, dass nichts anbrennt, der Reis gart selbstständig. Das ist gut fürs Slow Cooking, also wenn man nicht permanent dabei stehen will. Dorit Kowitz arbeitet bei der Stiftung Warentest als Redakteurin im Team Wohnen und Freizeit. Sie hat die Henri-Nannen-Journalistenschule besucht. SPIEGEL: Je nach Sorte muss Reis unterschiedlich zubereitet werden – gedämpft, gekocht, gerührt. Das haben die Geräte alles drauf? Kowitz: Wir haben 13 Geräte getestet, darunter sechs digitale Kocher mit Zusatzfunktionen . Die meisten haben Programme für verschiedene Reissorten, etwa Sushi-Reis oder Naturreis. Grundsätzlich arbeiten alle Geräte mit der Quellmethode, sie dämpfen den Reis also. Manche Hersteller bieten Programme für Milchreis oder sogar Risotto an. Letzteres mag Freunde der italienischen Küche erstaunen, denn klassisch muss Risotto ständig gerührt werden. Diese Funktionen haben wir allerdings nicht getestet. SPIEGEL: Die Italiener lieben Risotto, viele Asiaten schwören auf Jasminreis. Welche Reissorte mögen die Deutschen am liebsten? Kowitz: Am häufigsten wird Parboiled-Reis gekauft, also durch Dampfdruck vorbehandelter Reis. Deshalb haben wir ihn getestet, auch wenn Kenner darüber die Nase rümpfen mögen. An zweiter Stelle steht wohl Basmati-Reis, der nur aus bestimmten Regionen Indiens und Pakistans stammen darf. Lesen Sie hier den kompletten Test der Stiftung Warentest  inklusive Testtabelle und stöbern Sie zusätzlich in der umfangreichen Testdatenbank. Jetzt freischalten . SPIEGEL: Welche Geräte haben im Test am besten abgeschnitten? Kowitz: Zwei Geräte teilen sich mit der Note 2,2 den Spitzenplatz – eines von Rommelsbacher und eines von Panasonic. Der Rommelsbacher war dabei besonders stark beim eigentlichen Reiskochen. SPIEGEL: Nach welchen Kriterien haben Sie die Geräte beurteilt? Kowitz: Entscheidend ist natürlich, wie gut der Reis gelingt – und zwar in kleinen wie in großen Mengen. Viele Geräte können zusätzlich Gemüse dämpfen, was wir ebenfalls geprüft haben. Für ein gutes Gesamturteil spielen aber auch die Handhabung, Sicherheit und Schadstofffreiheit eine Rolle. Wichtig ist etwa, dass nichts anpappt. Ein kleiner Reiskuchen am Boden entsteht zwar fast immer, vor allem bei voller Beladung, aber angebrannt ist in unserem Test nichts. SPIEGEL: Manche Geräte schneiden beim Reiskochen gut ab, bekommen aber insgesamt nur ein "ausreichend" oder sogar "mangelhaft". Was war bei denen los? Kowitz: Das lag an Kriterien wie der Verarbeitung oder der Sicherheit. Ein Thema waren etwa die Beschichtungen der Innenbehälter. Wenn es hier Abweichungen von der Deklaration gab und sie etwa Aluminium freisetzten, führte das zu Abwertungen – selbst wenn die gemessenen Werte weit unter den gesetzlichen Grenzwerten lagen. SPIEGEL: Gab es auch sicherheitsrelevante Probleme? Kowitz: Ja. Drei einfache Geräte ohne Zusatzprogramme wurden außen sehr heiß – an Griffen und Deckelöffnern bestand Verbrennungsgefahr. Bei einem Modell trat sogar heißer Wasserdampf aus. Das führte zu deutlichen Abwertungen. SPIEGEL: Die Geräte nehmen in der Küche ganz schön viel Platz weg. Oder gibt es auch kleinere? Kowitz: Ja, gibt es. Die Spannbreite reicht von kleinen Geräten für 200 Gramm rohen Reis bis hin zu Modellen mit 1,4 Kilogramm Fassungsvermögen. Letztere eignen sich für sehr große Mengen. Für einen Vierpersonenhaushalt reicht ein kleineres Gerät wie der Mini von Philips, der sich in einer Küchenschublade verstauen lässt. SPIEGEL: Wie viel muss ich für einen guten Reiskocher ausgeben? Kowitz: Die Preise reichen von etwa 27 Euro bis rund 155 Euro. Der teuerste ist aber nicht automatisch der beste. Unsere Testsieger kosten zwischen 90 und 100 Euro. SPIEGEL: Der Testaufbau war ziemlich aufwendig. Wie wurde die Qualität geprüft? Kowitz: Für jedes Gerät wurden mehrere Proben mit unterschiedlichen Mengen gekocht. Anschließend haben wir den Reis gestürzt und aus jeweils drei Schichten insgesamt 120 Reiskörner entnommen. Die wurden auf Glasplatten unter Druck gepresst und anschließend in einem Lichtkasten untersucht. So ließ sich erkennen, wie gleichmäßig der Reis gegart war, ob er noch Stärkeeinschlüsse hatte, verkocht oder perfekt durchgegart war. SPIEGEL: Ist es mühsam, die Geräte zu reinigen? Kowitz: Die Töpfe sauberzumachen ist meist unproblematisch. Mühsam wird es bei Dichtungen und Rändern, wo sich Rückstände absetzen. Viele Geräte schneiden bei der Reinigung darum nur "befriedigend" ab. Es erfordert etwas Geduld und Sorgfalt. SPIEGEL: Abschließend: Für welche Art Koch oder Köchin lohnt sich ein Reiskocher? Kowitz: Vor allem für Reisliebhaber, die Wert auf besonders gleichmäßig gegarten Reis legen. Wer ausschließlich Reis kochen möchte, ist mit einem einfachen Gerät gut bedient. Für andere ist interessant, dass einige Reiskocher noch mehr können, von der Zubereitung von Eintöpfen bis zum Kuchenbacken. Alles, was man über Reiskocher wissen sollten, findet man in unserem Testbericht .