Verkehr: Umfrage: Jeder Dritte trägt Helm auf dem Rad

Datum03.06.2026 06:00

Quellewww.zeit.de

TLDREine Umfrage zeigt, dass über ein Drittel der Radfahrer keinen Helm trägt, besonders Jüngere. Häufigste Gründe sind kurze Strecken und unbequeme Helme. Dennoch spricht sich eine Mehrheit für eine allgemeine Helmpflicht aus. In Deutschland besteht keine gesetzliche Pflicht, doch Helme reduzieren das Risiko schwerer Kopfverletzungen. Die Zahl der getöteten Radfahrer steigt, was mit der Zunahme von E-Bikes zusammenhängt. Mehrere europäische Länder haben bereits Helmpflichten für bestimmte Altersgruppen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Verkehr“. Lesen Sie jetzt „Umfrage: Jeder Dritte trägt Helm auf dem Rad“. Mehr als jeder dritte Radfahrer verzichtet einer Umfrage zufolge auf einen Helm während der Fahrt - für eine Helmpflicht spricht sich hingegen die Mehrheit aus. Besonders jüngere Menschen zwischen 18 und 29 Jahren verzichten auf den Kopfschutz, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Sender RTL und ntv ergab. Fast die Hälfte von ihnen lege nach eigenen Angaben keinen Helm an.  Als häufigsten Grund gegen das Tragen nannten 42 Prozent aller Befragten kurze Fahrstrecken. Andere verwiesen auf unbequeme Helme (23 Prozent), auf Vergesslichkeit (21 Prozent), ein einengendes Gefühl (18 Prozent), vorsichtigen Fahrstil (17 Prozent) und Ästhetik (14 Prozent). 35 Prozent der 1.003 Befragten gaben bei der Umfrage an, grundsätzlich keinen Helm zu tragen.  Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa führte die Umfrage vor dem Weltfahrradtag an diesem Mittwoch durch. Demnach tragen 36 Prozent generell einen Helm. Laut dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club besteht in Deutschland keine Helmpflicht für Radfahrer, weder allgemein noch für bestimmte Altersgruppen, in bestimmten Regionen oder bei Gruppenfahrten.  Helme können bei Unfällen oder Stürzen das Risiko schwerer Kopfverletzungen verringern. Laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes starben im vergangenen Jahr 462 Radfahrerinnen und -fahrer bei einem Unfall, darunter 217 mit einem Pedelec, das umgangssprachlich auch als E-Bike bezeichnet wird. Das waren 3,8 Prozent mehr als im Jahr 2024.  Im Vergleich zu 2015 nahm die Zahl der getöteten Radlerinnen und Radler um 20,6 Prozent zu. Der Anstieg sei auf die zunehmende Zahl von getöteten Pedelec-Nutzern zurückzuführen, erläuterte das Bundesamt.  Laut der Umfrage befürworten 54 Prozent aller Befragten eine allgemeine Helmpflicht für Fahrradfahrer. Weitere 12 Prozent sahen sie zumindest bei Fahrten mit E-Bikes. In mehreren Ländern gilt bereits eine Helmpflicht - zumindest für bestimmte Altersgruppen.  Im Nachbarland Tschechien müssen Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren einen Helm auf dem Rad tragen. Für Erwachsene wird es nur empfohlen. In Spanien müssen alle außerhalb geschlossener Ortschaften einen Helm aufsetzen - innerorts nur Jüngere unter 16. In Österreich schreiben die Behörden vor: "Kinder bis zum zwölften Geburtstag müssen bei der Benutzung von jedem Fahrrad einen Radhelm tragen." In Schweden gibt es eine Helmpflicht für alle unter 15 Jahren. © dpa-infocom, dpa:260603-930-165380/1