Datum03.06.2026 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Nationalpark Schwarzwald weiden Konikpferde auf historischen Bergweiden, um diese von zuwachsendem Bewuchs freizuhalten. Seit 2020 trägt das Projekt mit dem Zoo Karlsruhe zur Artenvielfalt bei. Die genügsamen und robusten Ponys schaffen wertvolle Kleinstlebensräume für Vögel und Insekten, was zu einer messbaren Zunahme der Biodiversität führt. Aktuell leben zwei Herden mit insgesamt 21 Tieren auf den Flächen und sind ein beliebtes Fotomotiv.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Helfer im Nationalpark“. Lesen Sie jetzt „Diese Ponys haben eine wichtige Aufgabe im Schwarzwald“. Die Gräser stehen hoch auf den Heideflächen im Nationalpark Schwarzwald - doch nicht mehr lange. Seit wenigen Wochen weiden hier graue Ponys gemächlich die Vegetation ab. Die sogenannten Konikpferde sind wieder im Einsatz. Bis Ende November halten die Ponys die traditionellen Bergweiden frei – und leisten damit einen wertvollen Beitrag für die Artenvielfalt der charakteristischen Hochlandschaft, wie der Park mitteilte. Bereits seit 2020 verbringen die Tiere die wärmeren Monate im Nationalpark – im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit dem Zoo Karlsruhe. Den Winter verbringen sie im Naturschutzgebiet Talebuckel bei Offenburg. Konikpferde gelten dem Nationalpark zufolge als genügsam, sehr geländesicher und robust. Deshalb werden sie seit vielen Jahren in oft ganzjährig angelegten Beweidungsprojekten für die Naturschutzarbeit eingesetzt. Die Bergweiden im Nationalpark wurden bereits im Mittelalter angelegt, seit Anfang des 20. Jahrhunderts aber nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Ohne die Koniks würden sie demnach zuwachsen. Die Pferde fressen die Vegetation ab und schaffen so wertvolle Kleinstlebensräume für Vögel und Insekten, so der Nationalpark. Die Wirkung sei messbar: "Wir merken die Auswirkungen unserer Weidetiere an der Zunahme der Biodiversität: Es gibt mehr Rote-Liste-Arten und auch Arten, die es vorher nicht gab", hieß es von Thomas Gamio, der im Nationalpark Schwarzwald für die Weidetierhaltung zuständig ist. "Wenn die Pferde am Ende der Saison einen sogenannten Golfrasen hinterlassen, sind unsere Biologen glücklich – und ich stolz auf unsere Tiere." Mittlerweile gibt es zwei Herden mit insgesamt 21 Tieren – an den Standorten Zollstock/Hilseneck sowie am Schurkopf nahe des Schliffkopfs. Das Konikpferd ist eine ursprüngliche Landrasse aus Polen, die den einst in Europa heimischen Wildpferden sehr ähnelt. Typisch sind die mausgraue Färbung, die dunkle Mähne und Zebrastreifen an den Fesseln. Für Besucherinnen und Besucher des Nationalparks seien die Ponys zudem ein beliebter Anblick. © dpa-infocom, dpa:260603-930-165137/1