Datum03.06.2026 01:14
Quellewww.spiegel.de
TLDRDonald Trump will Bill Pulte, den Leiter der staatlichen Wohnungsbaufinanzierungsbehörde, kommissarisch zum Geheimdienstchef ernennen. Kritiker, darunter auch Republikaner, äußern Bedenken hinsichtlich Pultes fehlender Erfahrung in diesem Bereich und seiner uneingeschränkten Loyalität zu Trump. Die Ernennung erfolgt vor dem Hintergrund globaler Spannungen und der Besetzung eines Postens, der als zentrale Beraterfunktion des Präsidenten gilt. Die Amtszeit ist vorläufig, da keine Senatsbestätigung für bis zu 210 Tage erforderlich ist.
InhaltBill Pulte gilt als Trump-Anhänger, der genau macht, was der US-Präsident von ihm verlangt. Das war in seinem bisherigen Job schon problematisch. Doch nun setzt ihn Donald Trump auf einen noch viel wichtigeren Posten. Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen. Wenn es um Jobs in höchsten Ebenen der US-Regierung geht, ist Donald Trump eher entspannt, was die Qualifikation von Kandidaten angeht. Ob er oder sie unbedingt geeignet ist – etwa durch einschlägige Vorerfahrung – scheint nicht immer erstes Einstellungskriterium zu sein. Das zeigt sich an der jüngsten Personalie wieder einmal. Der Chef der staatlichen Wohnungsbaufinanzierungsbehörde, Bill Pulte, wird zusätzlich kommissarisch die US-Geheimdienste beaufsichtigen, wie Trump auf der Plattform Truth Social ankündigte. Kritiker werfen dem Präsidenten vor, sein Unterstützer bringe keine Erfahrung in dem Bereich mit – und liegen damit nicht falsch. Führende Demokraten und auch Vertreter von Trumps Republikanern bezeichneten Pulte als unqualifiziert. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Der republikanische Senator John Cornyn erklärte, er sehe keine Belege für eine Eignung Pultes. John Thune, republikanischer Mehrheitsführer im Senat, erklärte, das Land brauche keinen Geheimdienstchef, "der als Waffe eingesetzt werden kann". Tatsächlich ist unklar, was Pulte – abgesehen von unbedingter Loyalität zum US-Präsidenten – für die Ernennung qualifiziert haben könnte. Er leitet bislang die Immobilienfinanzierungsbehörde FHFA, die unter anderem für die staatlich gestützten Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zuständig ist. In seiner neuen Rolle übernimmt er die Koordination der Geheimdienste in einer Phase globaler Spannungen, geprägt durch den Krieg in Iran, den russischen Angriff auf die Ukraine und den wachsenden Einfluss Chinas. Der Geheimdienstkoordinator in den USA steht an der Spitze der US-Nachrichtendienste und fungiert als Hauptberater des Präsidenten in nachrichtendienstlichen Angelegenheiten. Ein genauer Termin für den Amtsantritt steht noch nicht fest. Für eine Übergangszeit von bis zu 210 Tagen benötigt er aber keine Bestätigung durch den Senat. Der Posten wird frei, weil Tulsi Gabbard vor Kurzem ihren Rücktritt zum 30. Juni angekündigt hatte. Als Grund nannte sie familiäre Gründe. Ihr Mann sei an einer seltenen Form von Knochenkrebs erkrankt. Medien hatten aber zuvor berichtet, dass zwischen ihr und Trump die Meinungen rund um den Irankrieg auseinandergingen. Es blieb unklar, ob Pulte dauerhaft Geheimdienstdirektor bleiben soll. Pulte kommt aus einem Umfeld, aus dem Vorwürfe gegen ein Vorstandsmitglied der US-Notenbank wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei Hypotheken aufgekommen waren. Trump wollte erreichen, dass Vorständin Lisa Cook entlassen wird (mehr zu dem Fall hier). Sie wehrte sich und blieb vorerst im Amt. Aktuell beschäftigt sich der Oberste Gerichtshof mit dem Fall. Kritiker werfen Trump vor, unliebsame Gegner aus ihren Ämtern treiben zu wollen, darunter den Demokraten Adam Schiff und die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James (mehr hier). Sie monieren zudem, dass Pulte eine Art Befehlsempfänger Trumps sei und unwidersprochen umsetze, was dieser verlange. Einige US-Medien bezeichnen Pulte als "Kampfhund" des Präsidenten, der bekannt dafür ist, dessen politische Gegner öffentlich anzugreifen. Mit Tulsi Gabbard verlässt eine der bekanntesten Vertreterinnen der reinen MAGA-Lehre die US-Regierung. Viele ihrer Überzeugungen standen im krassen Widerspruch zu Trumps Handlungen. Und sie ist nicht die Erste, die geht. Mehr dazu hier .