Donald Trump: US-Regierung soll exklusiven Vorabzugang zu neuen KI-Modellen bekommen

Datum02.06.2026 22:03

Quellewww.spiegel.de

TLDRPräsident Trump hat ein Dekret unterzeichnet, das US-Behörden einen exklusiven Vorabzugang zu neuen KI-Modellen für bis zu 30 Tage gewährt, bevor diese der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dies geschieht im Kontext von Bedenken hinsichtlich Cyber-Sicherheit und des globalen KI-Wettlaufs, insbesondere nach der Entdeckung eines leistungsstarken Hacking-Tools durch das KI-Modell Claude Mythos. Die Maßnahme soll die US-Sicherheit stärken, birgt aber auch Risiken.

InhaltDer anfängliche Widerstand aus der Techbranche ist offenbar beigelegt: Präsident Donald Trump will US-Behörden bedeutende KI-Zugänge verschaffen. Das hat auch mit einem neuen Hackingwerkzeug zu tun. Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen. Im Rennen um die besten KI-Modelle will die US-Regierung sich einen Vorteil verschaffen, dafür hat Präsident Donald Trump nun ein neues Dekret erlassen. US-Behörden sollen demnach für bis zu 30 Tage Vorabzugang zu leistungsstarken neuen KI-Modellen bekommen. Erst danach soll die Software gemäß einem geplanten "freiwilligen Rahmenabkommen" auch anderen zur Verfügung gestellt werden. Die Unterzeichnung des Dekrets war zuvor kurzfristig verschoben worden, Medienberichten zufolge wegen Widerstands aus der Techbranche. Demnach sah der ursprüngliche Erlass einen Exklusiv-Zeitraum von 90 Tagen für die Regierung vor. In der Branche gab es die Sorge, dass dies US-Firmen im Wettbewerb unter anderem mit chinesischen Rivalen benachteiligen könnte. Die Debatte über Risiken und Stärken von künstlicher Intelligenz war zuletzt mit der Software Claude Mythos Preview  der Entwicklerfirma Anthropic neu aufgeflammt. Das KI-Modell fand teilweise über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Schwachstellen in verschiedenen Software-Anwendungen. In den falschen Händen wäre das automatisierte Hackingwerkzeug damit eine gefährliche Cyberwaffe. Zugleich könnte es der US-Regierung einen Vorteil geben, eigene Programme zu härten und potenzielle Schwachstellen für Spionage im Ausland auszunutzen. Anthropic hat keine Pläne, Mythos Preview öffentlich zu machen, stellt das Programm aber Techunternehmen und Regierungsbehörden zur Verfügung. IT-Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass künstliche Intelligenz schon bald in großem Stil von Online-Kriminellen für Cyberangriffe eingesetzt werden könnte. Unter Trumps Vorgänger Joe Biden gab es striktere Regeln, nach denen KI-Firmen die Sicherheit ihrer Software begutachten mussten. Trump schaffte sie ab, mit der Begründung, sie bremsten die amerikanische KI-Industrie. Das automatisierte Hackingwerkzeug Claude Mythos ist angeblich so mächtig, dass es nicht veröffentlicht wird. Wird die KI-Entwicklung nun zur Bedrohung der Sicherheit aller Onlineuser? Mehr dazu lesen Sie hier.