Datum02.06.2026 20:55
Quellewww.spiegel.de
TLDRPolen plant ab September ein Handyverbot an Grundschulen für Schüler der Klassen eins bis acht. Ausgenommen sind Geräte, die für Unterrichtszwecke oder aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen benötigt werden. Die Regierung reagiert damit auf Wünsche von Lehrkräften und auf Zustimmung der Bevölkerung. Parallel dazu strebt Polen Gesetze zum besseren Jugendschutz im Internet an, um Minderjährige vor pornografischen Inhalten zu schützen.
InhaltZum kommenden Schuljahr will Polen Handys aus Grundschulen verbannen. Die Regierung in Warschau hat dafür einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht – auch auf Wunsch vieler Lehrkräfte. Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen. Polen will Handys zum 1. September aus allen Grundschulen verbannen. Die Regierung in Warschau beschloss einen entsprechenden Gesetzentwurf, der nun an das Parlament gehen soll. In Polen umfasst die Grundschule die Klassen eins bis acht. Das geplante Gesetz untersagt die Nutzung von Mobiltelefonen und anderen Geräten zur Ton- und Bildaufnahme während des Unterrichts und in den Pausen. Es soll für staatliche und private Schulen gelten, teilte das Bildungsministerium mit. Ausnahmen sind vorgesehen, wenn das Telefon für den Unterricht oder die pädagogische Betreuung nötig ist – sowie aus Gesundheits- oder Sicherheitsgründen. Bildungsministerin Barbara Nowacka sagte, mit dem Verbot reagiere die Regierung auf einen häufig von Lehrkräften geäußerten Wunsch. An mehr als der Hälfte der polnischen Schulen werde eine ähnliche Regelung bereits freiwillig umgesetzt. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur PAP verwies Nowacka zudem auf Studien, wonach 85 Prozent der Bevölkerung die Maßnahme befürworteten. Die Regierung beschloss außerdem ein Gesetzespaket, das den Schutz von Kindern im Internet stärken soll und ebenfalls noch vom Parlament gebilligt werden muss. Geplant sind unter anderem Maßnahmen, die den Zugang von Minderjährigen zu Seiten mit sexuellen Inhalten einschränken und die Entfernung illegaler Inhalte beschleunigen sollen. Anbieter von Webseiten mit Angeboten für Erwachsene sollen verpflichtet werden, das Alter ihrer Nutzer anonym zu überprüfen – ohne Browserdaten oder personenbezogene Informationen zu erfassen. Digitalminister Krzysztof Gawkowski begründete die Pläne damit, dass pornografische Webseiten nicht ausreichend gegen den Zugriff von Minderjährigen geschützt seien. Das Durchschnittsalter, in dem Kinder in Polen erstmals mit Pornografie in Berührung kämen, liege bei unter elf Jahren, schrieb er bei X. In Bremen und Hessen gilt seit diesem Schuljahr ein weitreichendes Handyverbot an Schulen. Andere Länder sind weniger streng. Welche Bundesländer Handys von den Pausenhöfen verbannen, lesen Sie hier .