Bangladeschs Außenminister übernimmt von Baerbock »einen der besten Jobs der Welt«

Datum02.06.2026 19:27

Quellewww.spiegel.de

TLDRBangladeschs Außenminister Khalilur Rahman wird neuer Präsident der UN-Vollversammlung und folgt auf Annalena Baerbock. Rahman wurde von 99 Mitgliedstaaten gewählt und übernimmt das Amt in einer Zeit, in der die UN unter Reformdruck stehen. Baerbock wurde für ihre "zupackende Führungspersönlichkeit" gelobt, zeigte sich aber frustriert über die Passivität der Vollversammlung. Rahman will sich für Reformen, Nachhaltigkeitsziele sowie Frauen und Mädchen einsetzen.

InhaltAb September wird Khalilur Rahman neuer Präsident der Uno-Vollversammlung und folgt auf Annalena Baerbock. Der früheren Außenministerin attestieren Experten in ihrer Amtszeit eine "zupackende Führungspersönlichkeit". Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen. Die Uno-Generalversammlung hat Bangladeschs Außenminister Khalilur Rahman zu ihrem nächsten Präsidenten gewählt. Er folgt damit ab September auf Annalena Baerbock. 99 der 193 Mitgliedstaaten stimmten für den 72-jährigen Diplomaten. Baerbock gratulierte Rahman zu "einem der besten Jobs der Welt". Das Amt an der Spitze des größten Uno-Gremiums ist vor allem protokollarisch, kann aber begrenzten Einfluss auf Abläufe und Entscheidungsprozesse hinter den Kulissen haben. Beschlüsse der Generalversammlung gelten häufig als symbolisches Signal und als weltweites Stimmungsbild. Rahman übernimmt in einer Phase, in der die Vereinten Nationen wegen zahlreicher ungelöster bewaffneter Konflikte und großer finanzieller Lücken unter Reformdruck stehen. Der Uno-Experte Richard Gowan bezeichnete Baerbock als "durchaus solide und zupackende Führungspersönlichkeit", die dem Amt mehr Öffentlichkeit verschafft habe als ihre Vorgänger. Baerbock sei eine größere diplomatische Bekanntheit als die meisten Präsidenten der Generalversammlung, sagte Gowan. Zugleich habe sie sich – so höre er von Diplomaten – mitunter über die Grenzen ihres Amts frustriert gezeigt. "Sie wünschte sich, die Generalversammlung würde bei der Bewältigung der vielen Krisen, mit denen sie konfrontiert ist, aktiver agieren." Baerbock bleibt bis zur offiziellen Amtsübergabe am 9. September im Amt – kurz vor der Generaldebatte der UN-Generalversammlung mit Staatsgästen aus aller Welt. Die Präsidentschaft wird regional rotierend vergeben, diesmal war die Asien-Pazifik-Gruppe an der Reihe. Rahman setzte sich gegen den zyprischen Diplomaten Andreas Kakouris durch. Dass zwei Kandidaten um den Posten werben, ist in der Geschichte des Amts äußerst selten. Rahman kündigte an, das Präsidentenamt in Vollzeit ausüben zu wollen. Ob er dafür sein Ministeramt niederlegt, war unter Diplomaten bis zuletzt umstritten. Er war nach Uno-Angaben in führender Rolle mit der Situation der Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch befasst und will sich unter anderem für die Reform von Uno-Friedensmissionen, die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele sowie die Förderung von Frauen und Mädchen einsetzen. Es werde zu viel über das Völkerrecht und zu wenig über die Menschen in Iran gesprochen, bemängelt der Menschenrechtsexperte der Grünen Max Lucks. Wieso er sich von Äußerungen der früheren Außenministerin Annalena Baerbock abgrenzt, lesen Sie hier.