Datum02.06.2026 16:00
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer britische Leichtathletikverband wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 350.000 Pfund verurteilt. Der Para-Athlet Abdullah Hayayei starb 2017 bei einem Trainingsunfall, als ein Wurfkäfig umkippte. Der Richter bezeichnete den Tod als "völlig vermeidbar" und bemängelte fehlende Bodenplatten und falschen Aufbau. Der frühere Sportchef erhielt eine gemeinnützige Strafe, da er von ähnlichen Vorfällen wusste.
InhaltAbdullah Hayayei trainierte für die Para-Weltmeisterschaft in London, als ein Wurfkäfig umkippte und er von einer Metallstange getroffen wurde. Neun Jahre später hat ein Richter den Verband nun verurteilt. Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen. Der britische Leichtathletikverband muss wegen der fahrlässigen Tötung eines Para-Sportlers eine Geldstrafe von 350.000 Pfund (gut 405.000 Euro) zahlen. Der emiratische Leichtathlet Abdullah Hayayei hatte am 11. Juli 2017 im Londoner Newham Leisure Centre für die Para-Weltmeisterschaft trainiert, als ihm ein Diskuskäfig auf den Kopf fiel und er von Metallstangen getroffen wurde. Hayayei starb noch vor Ort. Hayayei nahm für die Vereinigten Arabischen Emirate an den paralympischen Sommerspielen 2016 teil und wurde Sechster im Speerwurf sowie Siebter im Kugelstoßen. Er wurde 36 Jahre alt und hinterließ fünf Kinder. "Tragisch, verfrüht und völlig vermeidbar" sei Hayayeis Tod gewesen, sagte Richter Richard Marks vom Central Criminal Court in London. Der rund 200 Kilogramm schwere Wurfkäfig besteht aus Metallstangen und Draht. Er soll Zuschauende vor verfehlten Würfen von Kugelstoßern und anderen Werfern schützen. Vor Gericht hieß es, eine starke Windböe habe ihn zum Einsturz gebracht. Dem Käfig fehlten demnach wichtige Bodenplatten, er war falsch aufgebaut. "Es war ein Unfall, der früher oder später passieren musste", sagte der Richter. Er verurteilte den früheren Sportchef des Verbands zudem zu 175 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Keith Davies habe von den Problemen mit der Ausrüstung gewusst oder hätte davon wissen müssen, weil zuvor bereits ein anderer Käfig zusammengebrochen war, so Marks. Er habe sich wegen eines Verstoßes gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften schuldig gemacht. Die Ermittlungen dauerten jahrelang an, ehe der Verband und Davies 2025 angeklagt wurden. Zunächst wiesen sie die Verantwortung zurück. Erst im Februar 2026 bekannten sich Verband und Davies schuldig. Der Verband hat nun sechs Jahre Zeit, um die Geldstrafe in Raten zu bezahlen. Er muss zusätzlich die Verfahrenskosten in Höhe von 44.000 Pfund (gut 51.000 Euro) tragen.