Datum02.06.2026 14:24
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar signalisiert eine neue Politik gegenüber der Ukraine und der EU. Er strebt ein Treffen mit Präsident Selenskyj an, knüpft dies aber an "technische Verhandlungen" über die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine. Magyar verspricht sich eine Verbesserung der Beziehungen und unterstützt Deutschlands Position für EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine. Sein Amtsantritt nach dem rechtspopulistischen Vorgänger Orbán brachte auch die Freigabe von EU-Geldern mit sich.
InhaltUnter Premier Orban war Ungarn der große Bremser und Verhinderer in der EU, wenn es um Hilfe für die von Russland überfallene Ukraine ging. Sein Nachfolger Péter Magyar setzt ein anderes Zeichen, stellt aber auch Bedingungen. Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen. Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar ist bereit, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Anfang nächster Woche zu treffen, sofern die technischen Verhandlungen über die Rechte der ungarischen Minderheit noch in dieser Woche abgeschlossen werden, sagte Magyar am Dienstag in Berlin. Magyar erklärte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz, er sei "optimistisch", dass die Frage der Minderheitenrechte gelöst werden könne und damit ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen der Ukraine und Ungarn aufgeschlagen werde. Ebenfalls bezeichnete Magyar Deutschland als wichtigen Partner. Bei seinem Antrittsbesuch in Berlin verwies er auf die lange gemeinsame Geschichte beider Länder. Kanzler Friedrich Merz forderte beim Empfang des ungarischen Ministerpräsident Peter Magyar in Berlin gefordert, dass die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine beginnen sollen. "Wir verstehen, dass Budapest zunächst bilaterale Fragen klären will, wie etwa die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine", sagt Merz. "Das darf aber nicht zu Lasten der europäischen Unterstützung gehen und uns nicht von dem Ziel abbringen, die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine jetzt auch mit dem ersten Kapitel förmlich zu eröffnen", fügt er hinzu. Vor dem Treffen mit Merz war Magyar in Berlin mit militärischen Ehren empfangen worden. Der ungarische Politiker hatte Anfang Mai den Rechtspopulisten Orban als Ministerpräsident abgelöst. Er hat Maßnahmen gegen Korruption und für Rechtsstaatlichkeit auf den Weg gebracht. Die EU-Kommission kündigte in der Folge an, 16 Milliarden Euro an blockierten Fördergeldern für Budapest freizugeben.