Datum02.06.2026 11:31
Quellewww.spiegel.de
TLDRBei Mäharbeiten in Auerswalde wurden elf Rehkitze getötet. Anwohner hatten das zuständige Agrarunternehmen mehrfach vor dem Befall mit Jungtieren gewarnt. Dennoch wurde gemäht. Ein Anwohner erstattete Strafanzeige wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Tierschutz- und Naturschutzgesetze. Die Polizei ermittelt, da die Tiere in dieser Setzzeit hoch gefährdet sind und schlecht zu entdecken sind. Drohnentechnik könnte zukünftig helfen, solche Vorfälle zu vermeiden.
InhaltErntemaschinen werden Rehkitzen häufig zum Verhängnis. Nun sind in Mittelsachsen elf Jungtiere gestorben. Anwohner hatten schon lange gewarnt. Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen. In Auerswalde in Mittelsachsen sind bei Mäharbeiten mehrere Rehkitze getötet worden. Der Vorfall ereignete sich bereits am Vormittag des 25. Mai, wie die Polizei am Montag mitteilte. Den Angaben zufolge wurden insgesamt elf Tiere getötet. Es wurde eine Strafanzeige erstattet. Wie unter anderem die "Sächsische Zeitung" berichtet , hat die Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und des Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz aufgenommen. Wegen der noch laufenden Ermittlungen und ausstehender Vernehmungen gebe es derzeit keine weitergehenden Auskünfte. Man ermittle gegen Unbekannt, sagte eine Sprecherin demnach. Durch Erntemaschinen sterben jedes Jahr Tausende Rehkitze. Die Tiere sind zu dieser Jahreszeit besonders gefährdet, weil die Mähsaison mit der sogenannten Setzzeit der Rehe zusammenfällt. Die Muttertiere legen in dieser Zeit ihre Kitze im hohen Gras ab, um sie so vor Fressfeinden zu schützen. Gut versteckt verharren die Jungtiere dabei meist still an einer Stelle. Gerade deshalb sind sie bei den Mäharbeiten nicht leicht zu entdecken. Drohnen mit Wärmebildkameras können dabei helfen, die Tiere in Feldern und Wiesen vor dem Abmähen aufzuspüren und so vor den tödlichen Erntemaschinen zu bewahren. Freiwillige suchen nachts mithilfe der Geräte nach den Kitzen und holen sie dann aus ihren Verstecken im Gras in Sicherheit (mehr dazu lesen Sie hier ). Dabei kommt es aber auch auf die Absprache mit den Landwirten an. Im Fall in Auerswalde ist das offenbar nicht geschehen: Die Anwohner haben das zuständige Agrarunternehmen laut Berichten mehrfach vor dem Mähen gewarnt. In einem Video von RTL kommt einer der Nachbarn zu Wort: Bereits Tage vorher hätten er und andere Anwohner die Agrarfirma darauf aufmerksam gemacht, dass sich auf dem Gelände Rehe mit Nachwuchs aufhalten. Der Tod der Jungtiere sei vermeidbar gewesen, der Anwohner habe deshalb Strafanzeige gegen das Unternehmen gestellt. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Gegenüber RTL hat sich der Geschäftsführer der Agrarfirma geäußert: Mit einer Anwohnerin habe er unmittelbar nach der Aktion ein ausführliches und für beide Seiten aufklärendes Telefonat geführt.